Bestätigung  des  Gesagten  lieferte  voriges  O#-  kein  Geringerer
als  der  Herausgeber  des  Journal  d’Alsace-  Lorraine,
der  in  seiner  Broschüre  „Nos  Vosges  d'anjourd'  hui
et  de  demain“  den  Gedanken  ausführte:  „Unsere  Vogesen
halten  einen  Vergleich  mit  dem  Schwarzwald  wohl  aus,  das
Elsaß  kann  sich  neben  Baden  durchaus  sehen  lassen,  aber  es
fehlt  an  der  technischen  Durchbildung  derer,  die  sich  mit
Fremdenindustrie  befassen,  wir  sind  der  Konkurrenz  nicht
gewachsen,  weil  wir  technisch  rückständig  geblieben  sind.“  Dieselbe
Fesgtellung  hätte  er  auf  sehr  vielen  anderen  Gebieten  ebensogut
machen  können.  Man  vermißt  nur  den  das  Rätsel  lösenden
&amp;  satz:  Technisch,  weil  geistig  rückständig,  infolge  der

prachzwitterei,  bei  der  die  geistige  Kraft  eines  Volksstammes
notwendig  verpuffen  muß,  auch  wenn  er  von  Natur  noch  so
begabt  ist.  Das  scheint  mir  eine  einfache  Rechenaufgabe  zu
sein;  man  braucht  nur  zu  multiplizieren,  um  es  zu  begreifen;
wenn  ich  z.  B.  weiß,  wie  die  Lungenentztindung  in  zwanzig
Sprachen  heißt,  so  ist  dies  entschieden  eine  weit  wertlosere
Wissenschaft,  als  wenn  ich  zwanzig  Eigenschaften  oder  Vorbeugungsmittel
  oder  Heilmittel  gegen  sie  weiß.  Wenn  mich
die  öffentliche  Meinung  zwingt,  meinen  Garten  mit  einer
bestimmten  Menge  Kohl  zu  bepflanzen,  so  kann,  wenn  ich  einen
großen  Garten  habe,  immer  noch  einiger  Raum  für  edlere
Gewächse  übrig  bleiben.  Der  Raum  wäre  aber  größer  ohne
diesen  Kohl,  und  je  kleiner  der  Garten  ist,  desto  verhängnisvoller
  wirkt  der  alles  andere  verdrängende  Kohl.  Zweisprachige
Bölker  gibt  es  allerdings,  z.  B.  die  Finnländer,  die  neben
ihrem  Finnisch  auch  noch  Schwedisch  reden,  die  Kelten  in
Wales  und  Nordschottland,  die  neben  ihrer  Muttersprache
englisch  sprechen,  die  Luxemburger,  die,  wie  die  Elsässer,  französischen
  Bildungsschwindel  treiben.  Aber  wer  von  Ihnen,
meine  Herren,  hat  je  von  einem  Kulturfortschritt  gehört,
der  von  einem  dieser  Zwittervölker  ausgegangen  wäre?  Die
gebildeten  Römer  giengen  einst  bei  den  Griechen  in  die  Schule
und  trieben  mit  deren  Sprache  Bildungsschwindel.  Nun  vergleiche
  man  die  Kulturleistungen  der  Griechen  in  Naturwissenschaft,
  Mathematik,  Filosofie  und  auf  anderen  Gebieten
mit  denen  der  Römer,  und  man  wird  den  Unterschied  erkennen
zwischen  dem,  was  ein  einsprachiges  Volk,  und  dem,  was  ein
zweisprachiges  in  der  Kulturarbeit  zu  leisten  imstande  ist.
Ich  bekam  neulich  eine  Zusammenstellung  der  naturwissenschaftlichen
  Entdeckungen  aller  Zeiten  in  die  Hände.  Darin
waren  von  etwa  500  vor  Chr.  bis  500  nach  Chr.,  also  in  einem
Zeitraum  von  1000  Jahren,  33  Entdeckungen  durch  Griechen
und  3  durch  Römer  verzeichnet.  Militärische  Eroberungen