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ideal  aufschwängen  und  noch  auf  Menschenalter
  hinaus  keine  weiteren  Ziele  bei
ihnen  erstreben.  Damit  würde  man  bei  ihnen  nur
Konträrsuggestionen  erzeugen,  wie  die  Psychologen  es  nennen,
und  eine  Art  Polen  aus  ihnen  machen.  Meines  Erachtens  sind
sie  grundsätzlich  anders  zu  behandeln  als  die
Bildungsschwindler  im  deutschen  Landesteil,  die  ihr  angestammtes
  Volkstum  mit  Füßen  treten.  In  bezug  nun  auf  Leute
von  Prévöts  Erziehung  sage  ich:  „Zu  geschehenen  Sachen
soll  man  das  Beste  reden“.  Tatsächlich  braucht  man  ja  auch
Brücken  zwischen  den  verschiedenen  Kulturvölkern.  Nur  ist  zu
bedenken,  daß  diese  Brückenarbeit  jeder  Deutsche,  der  französisch
  lernt,  und  jeder  Franzose,  der  Deutsch  lernt,  leisten  kann.
Dazu  ist  keine  Nachäffung  ausländischer  Haussprache  und
Kindererziehung  nötig,  die  für  alle  Nichtbrücken  ein  unnützer
und  schädlicher  Ballast  ist.  Nun  wendet  Prévét  brieflich  ein,
das  sei  allerdings  richtig,  aber  der  Elsässer  bringe  dazu  doch  eben
vermöge  seiner  beschriebenen  Erziehung  eine  besondere  Befähigung
  mit.  Wir  wollen  ihm  das  gern  zugestehen,  wenn
Leute  von  seiner  Erziehung  ihre  gleich  große  Kenntnis  beider
Sprachen  wirklich  zu  solch  friedlichem  und  versöhnlichem
Zweck  verwenden,  obgleich  wir  bereits  festgestellt  haben,  daß
ein  ganz  deutscher  Elsässer  für  die  Versöhnung  der  Franzosen
mit  uns  weit  wertvoller  ist  als  ein  halbdeutscher,  da  er  von  den
Franzosen  weniger  leicht  mißverstanden  werden  kann.  Prévöts
Ideal  kann  auch  kein  Ziel  für  einen  ganzen  Volksstamm,  sondern
nur  für  Einzelne  sein,  das  erkennt  er  in  seinem  letzten  Brief
an  mich  ausdrücklich  an  und  gibt  zu,  daß  für  alle  nichtfranzösisch.
Exzogenen,  die  aus  den  unteren  Ständen  sich  emporarbeiten,
ein  solches  Ideal  ein  geistiger  Hemmschuh  sei.

Wir  haben  im  Elsaß  schon  eine  solche  Uberfülle  von  Brückenmaterial,
  daß  wir  es  garnicht  alles  verwenden  können.  Verwenden
  wir  also  das  Vorhandene  auch  wirklich  zu  dem  Zweck,
zu  dem  es  noch  tauglich  ist,  aber  hüten  wir  uns,  neues  Brückenmaterial
  zu  schaffen,  ehe  das  bereits  vorhandene  Verwendung
gefunden  hat.  Aus  noch  unbehauenen  Steinen  kann  man
Brückenpfeiler  und  Gewölbbogen  machen,  man  kann  sie
aber  auch  zum  Bau  eines  Domes  oder  eines  anderen  wertvollen
  Kunstwerkes  zubereiten.  Wenn  sie  aber  einmal  zu
Brückensteinen  oder  Gewölbstücken  zugehauen  sind,  dann  ist
es  zuspät,  sie  nachträglich  noch  zu  etwas  Edlerem  zu  bestimmen.
Mögen  die  zu  Brücken  erzogenen  Elsässer  immerhin  Brückendienste
  leisten,  mögen  aber  andere  es  vorziehen,  durch  selbständige
eigene  Kulturarbeit  etwas  zu  schaffen,  das  sich  lohnt,  über
die  Brücke  geführt  zu  werden.  Das  wären  dann  Kulturförderer