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Ich  bin  dem  leider  unbekannten  und  ungenannten
Absender  sehr  dankbar  dafür,  daß  er  mir  durch  seine
Karte  einen  willkommenen  Anlaß  zu  einer  sprachlichen
Betrachtung  gegeben  hat,  zu  der  ich  vielleicht  sonst  nicht
gekommen  wäre.  Die  Antwort  hatte  ich  auf  meiner  Fahrt
in  IV.  Klasse")  in  Gedanken  bereits  fertig,  ehe  ich  ganz
zu  Hause  angelangt  war.

Daß  Französisch  eine  besonders  schöne  Sprache  sei,
ist  eine  Suggestion,  die  fortwährend  einer  dem  andern
suggeriert,  nachdem  er  diese  Weisheit  selber  auf  diesem
Wege  erhalten  hat.  Und  schließlich  findet  die  Sache
allgemeinen  Glauben.  Da  dieses  Urteil  als  Zeichen  der
Bildung  gilt,  wagt  keiner,  und  namentlich  keine,  so  ungebildet
  zu  sein,  es  nicht  nachzufühlen.  Wenn  ein  geborener
  Haarbo.  in  einer  elsässischen  Stadt  einen  der
immer  mehr  Mode  werdenden  französischen  Vorträge  hält.
so  ersterben  die  Bildungsweiber  auf  dem  Heimweg  in  verzücktester
  Bewunderung:  ah  qauelle  mmusique!  (welch
unaussprechliche  Musikl)  —  zur  Beschämung  der  einwe


pjihchopathische  Beobachtungen  zu  machen,  diese  Gelegenheit  bei  einer
längern  Fahrt  teurer  bezahlen,  als  die  ganze  Schwindelbeobachtung
wert  ist;  denn  im  Grunde  kann  mans  ja  länst,  auswendig,  weil
man  immer  und  überal  ungesähr  dae  selbe  zu  hören  und  zu  sehen
bekommt.  Viertens  hat  man  da  mitunter  die  Gelegenheit,  die
Grundsätze  des  Ehrisentums  besser  auszulegen  als  durch  viele
Predigten  daheim  in  der  Kirche.  Auf  der  genannten  Heimsahrt
kam  ich  durch  das  Saarbrücker  Kohlengebiet.  Ich  war  genz  allein  in
meiner  önörstube.  Plötzlich  geht  die  Tür  aus,  und  der  Raum
füllt  sich  im  Nu  mit  so  viel  Bergwerkarbeitern,  daß  zwei  keinen
Platz  wehrt  finden.  Ich  stehe  aus  und  mache  dem  einen  Platz,
der  sich  durchaus  nicht  setzen  will,  bis  er  sieht,  daß  alles  nichts
nuhzt,  weil  ich  hartnäckig  en  #wall  ich  sei  ausgeruhter  als  sie,  und
mein  Platz  leer  bleibt.  Endlich  setzt  er  sich  auf  die  Bank  und
der  andere  überzählige  Fahrgast  an  den  Boden.  Als  wir  einige
Strecken  weit  völlig  schweigend  gefahren  waren,  steht  ein  anderer
auf  und  nötigt  mich,  an  seinen  Platz  zu  sien,  während  er  steht.
Ich  setze  mich  endlich  an  den  leeren  Platz,  und  mein  Nachbar  fängt
ein  Geipräch  mit  mir  an,  wo  ich  her  wäre  usw.,  dem  eseten  nach
sei  ich  wohl  der  dortige  Lehrer.  „Nein,  ich  bin  dort  Plarrer“.
Ich  dachte,  als  meine  Fahrgenossen  ausgestiegen  waren:  „Diese
—it-'-  hat  mich  wenigstens  keine  lange  Vorbereilung  gelostet“.
Welche  Erbauung  davon  mit  nach  Hause  genommen  wurde,  weiß
ich  zwar  nicht;  aber  am  Sonntag  weiß  ichs  ouch  nicht.