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heimischen  französischen  Redner,  die  sich  doch  auch  einbilden,
sie  leisteten  was  in  diesem  Stück.  Wie  viele  sind  in  der
Lage,  durch  Vergleichung  einer  hinreichenden  Anzahl  von
Sprachen  sich  über  diesen  Punkt  eine  selbständiges  Urteil  zu
bilden?  Viele  Elsässer  glauben  sogar,  Französisch  sei  die
schönste  Sprache  der  Welt,  es  sei  die  vollkommenste,  die
ausdruckfähigste,  die  feinste,  gewählteste  aller  Sprachen.
Die  Polen  glauben,  im  Paradiese  sei  schon  polnisch  gesprochen
  worden,  alle  Profeten  und  Apostel  hätten  es
geredet  und  auch  im  Himmel  rede  man  selbstverständlich
nur  polnisch.  Es  würde  mich  nicht  überraschen,  wenn
es  im  Elsaß  kindische  Menschen  gäbe,  die  vom  Französischen
denselben  Glauben  hätten,  wenngleich  allerdings  die  meisten
mir  bekannten  Bildungsschwindler  den  Begriffen  Paradies,
Apostel,  Profeten,  Himmel  usw.  etwas  ferner  zu  stehen
pflegen.  Doch  erinnere  ich  mich  eines  sundgäuischen  Mitschülers
  auf  dem  Kolmerer  Gymnasium,  der  die  Ansicht
vertrat,  Deutsch  sei  eine  Sprache,  die  der  liebe  Gott
nicht  verstehe.

Ich  vertrete  in  dieser  Frage  nun  folgenden  Standpunkt.
Zugegeben,  französisch  wäre  wirklich  die  schönste  Sprache
der  Welt,  dann  wäre  es  darum  doch  nicht  unsere  Sprache.
Aber  nach  welchem  Maßstab  soll  man  die  angebliche
Schönheit  messen?  llber  Geschmäcke  ist  bekanntlich  schwer
zu  streiten;  und  Schönheit  ist  eben  Geschmacksache.  Aus
meiner  Vikarszeit  erinnere  ich  mich  folgendes  köstlichen
Erlebnisses.  Am  Tisch  hielt  mir  die  Frau  Pfarrer  auch
die  angebliche  Schönheit  der  französischen  Sprache  entgegen.
  Ich  sagte,  das  sei  Geschmackssache;  ich  für  mein
Teil  hielte  meine  heimatliche  münstertäler  Mundart  in  diesem
Punkt  für  unübertroffen.  —  „Na,  die  möchte  ich  einmal
hören!“  —  „Ich  will  Ihnen  daraus  nur  einige  Beispiele
sagen:  bei  uns  daheim  heißt  die  Wand  Wasnt  (mit  geacseltem
  al),  der  Wind  Wänt,  der  Hund  Host,  das
Land  Lant,  der  Sand  Sant  usa  Ist  das  nicht  ein
wunderschöner  Wohllaut  gegenüber  den  Ihnen  bekannten
elsässischen  Mundarten?"  —  „Ein  netter  Wohllaut,
das  klingt  ja  ganz  abscheulich“  —  „  So,  das  gesällt
  mir  jetzt!  Nun  sagen  Sie  mir  bitte  den  Klangunterschied
  zwischen  diesen  Wörtern  und  den  französischen
vente,  vingt,  honte,  lente,  sente,  an  deren  Wohllaut
doch  nach  ihrer  eigenen  Behauptung  nicht  zu  zweifeln  ist!
Liegt  der  Wohllaut  vielleicht  in  der  Bedentung,  weil  die
französische  Want  eben  Verkaus  und  nicht  Wand,  das
französische  Wänt  zwanzig  und  nicht  Wind  bedeutet?“  Die