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als  Französisch.  Der  große  englische  Sprachenkenner  und
berühmte  Gelehrte  Sweet  behauptet  in  seinem  Buch  The
Practical  Study  of  Languages  (London  1899),  abgesehen
davon,  daß  man  vielleicht  durch  Kenntnis  verwandter
Sprachen  für  die  eine  oder  andere  Gedächtnishilfen  hat,
seien  alle  Sprachen  gleich  schwer.  Der  französische  Spracherlernungsmethodiker
  Gouin  behauptet,  Deutsch  sei  eine
der  leichtesten  Sprachen  wegen  der  beschränkten  Anzahl
von  Wortstämmen,  die  man  sich  merken  müßte,  und  der
großen  Ws  igkeit,  aus  diesen  wenigen  Bausteinen  alle
nötigen  Zusammensetzungen  zu  bilden.  Wir  werden  also
den  elsässer  Welschlingen  auch  diesen  angeblichen  Vorzug
des  Französischen  nicht  zugeben.
einen  Vorzug  räume  ich  dagegen  bereitwilligst  der
französischen  Sprache  ein,  und  zwar  einen,  an  den  noch
keiner  unserer  Welschlinge  gedacht  hat,  nämlich  ihre  unvergleichliche
  Geeignetheit  zum  Lesenlehren  nach  Lautschrift.
  Durch  die  große  Abgeschliffenheit  hat  das  Fran-#öiische
  eine  solche  Unmenge  zweilautiger  Wörter  wie
eine  andere  Sprache,  die  ich  kenne.  Ma,  me,  mi,  mo,  mu,
mð,  mil;  la,  lé,  li,  lo,  lu,  111  usw.,  alle  sind  sinnvolle  Lautverbindungen,
  so  daß  es  nach  Lautschrift  eine  Wonne
sein  müßte,  französische  Fibemn  zu  schaffen").  Aber  die
Sache  hat  auch  ihre  Kehrseite.  Infolge  dieser  Abgeschliffenheit
  kann  man  wohl  dreist  behaupten,  daß  keine
Sprache  Europas  so  voll  ist  von  gleichrlingenden  Wörtern,
die  verschiedenen  Sinn  haben.  Vgl.  die  Lautfolge  „So“
geschrieben:  sot,  saut,  seau,  sceau,  Sceaux  oder  „san“
geschrieben:  c'en,  cent,  sang,  sans,  s'en,  (tu)  sens,  sent.“)
*)  Allerdings  i  die  Franzosen  nicht  so  vernüuftig.  so  zu
und  damit

denn  der  unverdorbene  kindliche  Verstand  muß  Hh  cegen  die  gelehrt
n

einer  Reihe  von  Jahren  bei  einem  Verwandten  in  Paris  einen

Abreißkalender,  der  für  jeden  Tag  einen  Witz  enthielt.  Die  Witze

—  meist  Spielereien  mit  solchen  Vieldeutigkeiten  französischer
örter.