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(das  Ramel)  auf.  Da  kam  bei  der  Beschreibung  der
Wüste,  in  der  das  Kamel  lebt,  die  Stelle  vor:  en  rerculant
  à  ses  yeux  les  barrières  du  vide.  Mein  Schüler
stolperte  am  Wort  reculant,  er  kannte  die  Vokabel  reculer
nicht.  Ich  19  gte:  „Das  Wort  wollen  wir  mal  aus  dem
Deutschen  ableiten,  daun  behälst  du  es  besser.  Welche
Vor-  und  Nachsilben  kennst  du  am  Wort  bereits?“  —
„Re  =  wieder  und  ant  =  end“.  —  „Na,  da  hätten  wir
also  bereits  den  Stamm  des  Wortes  in  seiner  ganzen
Blöße.  Habt  ihr  auf  der  Schule  die  Vokabel  cul  nicht
elernt?“  —  „Ich  kann  mich  nicht  erinnern.“  —  „Na,
ann  wollen  wir  sie  also  ableiten.  Was  muß“  ein
romanisches  k  in  unserer  Sprache  sein?“  —  „Nomanisch
k  germanisch  h.“  —  „Also?"  —  „Hohl“.  —  „Gut.  Und
weißt  du  noch  das  entsprechende  W  Wort?“  —
„Hole“.  „Und  was  heißt  das?'"  —  „Loch“.  —
„Nchtig.  Die  Romanen  meinen  nun  mit  ihrem  Wort
ein  ganz  bestimmtes  hole;  rate  mal.“  —  (Mein  Schüler
fängt  langsam  an,  zu  erröten.)  „Ich  habe  den  Eindruck,
wie  wenn  du  richtig  raten,  aber  es  nicht  zu  Lagen  wagen
würdest.  Wie  müßte,  man  also  reculer  wörtlich  genau
auf  deutsch  übersetzen?  —  —  Na,  nun  zier  dich  doch  nicht
so.  Weißt  du  denn  nicht,  daß  die  französische  Sprache  der
Gipfel  aller  menschlichen  Bildung  und  Gesittung,  la  langue
par  excellence,  ist?  Da  brauchen  wir  grobe  Deutsche
uns  doch  nicht  zu  genieren,  ihre  Bilder  und  Gleichnisse
wörtlich  wiederzugeben!  Also?“  —  „Zurücka-a-a.

„Na,  ich  sehe,  daß  du  das  Richtige  erfaßt  hast  und  will
dir  nicht  weiter  zumuten,  wörtlich  zu  übersetzen,  z.  B.  was
einer  genau  genommen  sagt,  wenn  er  etwa  sagt  reculez
mes  dames  s'il  vous  plaĩt.  Aber  dafür  denkst  du  mir
an  diesen  Fall,  wenn  dir  wieder  jemand  die  edle  und
unübertroffene  Eleganz  und  Feinheit  der  französischen
Sprache  und  ihre  gewählte  Ausdrucksweise  anpreist.

Es  geei  mir  endlich  noch  gestattet,  einem  Büchlein
von  F.  N.  Finck  „Der  deutsche  Sprachbau  als  Ausdruck
deutscher  Weltanschauung“  (Marburg  1899)  eine  Stelle
zu  entnehmen.  Das  Büchlein  trägt  das  Leitwort:  „Die
Geisteseigentümlichkeit  und  die  Sprachgestaltung  eines.
Volkes  stehen  in  solcher  Innigkeit  der  Verschmelzung  in
einander,  daß,  wenn  die  eine  gegeben  wäre,  die  andre
müßte  vollständig  aus  ihr  abgeleitet  werden  können.
W.  v.  Humboldt.“

„Seite  43  f.  lesen  wir:  „Das  Romanische  nähert
sich  mehr  dem  malayo-polynesischen  Typus  als  dem  der