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soll  aber  darum  das  Übel  nicht  für  einen  Segen  ausgeben,
dessen  jeder  anständige  Mensch  teilhaftig  sein  müßte  bei  Verlust
seines  Anspruchs  auf  Bildung,  sondern  bedenken,  daß  man
zwar  in  der  Welt  wohl  Schneider  und  Schuster  und  Bäcker  und
Maurer  und  noch  viele  andern  Leute  braucht  und  darum  doch
keinem  Menschen  es  übel  nimmt,  wenn  er  keine  Kleider  und
Schuhe  machen,  kein  Brot  backen,  keine  haltbaren  Mauern  aufführen
  kann.  Ich  sehe  daher  nicht  ein,  warum  es  unbedingt  nötig
sein  sollte,  uns  alle  zu  Berufsdolmetschern  auszubilden,  ohne
diesen  Beruf  auch  ernstlich  ausüben  zu  wollen,  bloß  zum  Luxus.
Wer  Geld  hat,  kann  sich  den  Luxus  eines  Dutzends  Hüte  leisten,
ohne  daß  darum  seine  übrigen  Körperhüllen  zu  kurz  kommen.
Was  er  im  Augenblick  nicht  braucht,  kann  er  in  seinem  Schrank
unterbringen,  oder,  wenn  dieser  nicht  groß  genug  ist,  kann  er
sich  so  viel  Schränke  kaufen,  als  er  eben  braucht.  Mit  dem,  was
er  aber  in  seinem  Kopf  aufbewahren  muß,  kann  er  es  nicht  so
machen;  wenn  die  eine  Sache  zu  viel  Raum  einnimmt,  versperrt
sie  andern  den  Platz,  denn  ich  habe  bei  allen  Fortschritten  der
Neuzeit  noch  niemals  gehört,  daß  man  auch  neue  Köpfe  zum
angeborenen  hinzukaufen  kann.  Wo  der  vielen  Dinge  wegen
mehrere  Köpfe  uötig  sind,  da  muß  man  auch  die  Menschen,
ihre  Träger,  hinzunehmen,  und  das  führt  zum  Grundsatz  der
Teilung  der  Arbeit.  Unsere  Zeit  steht  nicht  nur
im  Zeichen  des  Verkehrs,  sie  steht  auch  im  Zeichen  der
Arbeitsteilung.  Wenden  wir  das  also  auch  aufs  Sprachenlernen
  an!
e)  Melne  Besugnis.  in  Wiesboden  zu  reden.

Aller  guten  Dinge  sind  drei.  So  habe  auch  ich  noch  cinen
dritten  Brief  ohne  Unterschrift  erhalten.  Die  Aufschrift  ist  mit
der  Schreibmaschine  Geschrieben,  der  Poststempel  undeutlich,
vigleicht  zozgendingen  (7),  der  Brief  selbst  trägt  das  Datum

9.  O7“,  und  der  Rest  ist  in  verbesserter  Gabelsberger
Kurs#en  geschrieben,  ziemlich  flott.  Meine  Entzifferung
lautet  also:

„Sehr  geehrter  Herr  Pfarrer!  Aus  vollem,  aufrichtigen
Herzen  bringe  ich  Ihnen  tausend  Dank  für  Ihr  Wohlwollen,
  Ihre  Güte,  Ihre  Pflichterfüllung  in  treuer  Hingabe
  zu  unserem  lieben  Reichsland,  welche  Sie  gelegentlich
der  Alldeutschen  Versammlung  in  Wiesbaden  zum  Ausdruck
gebracht  haben.  In  treuer  Anerkennung  Idrer  geschätzten
hochverehrten  Dienste  über  Land  und  Sitten  und  Sprachverhältnisse
  im  Reichsland.  Mögen  Ihnen  die  Herzen
aller  richtig  und  edeldenkender  Elsaß=  Lothringer  entgegenschlagen,
  und  ich  fühle  mich  berufen,  Ihnen  diese  Worte
zu  widmen.