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jemand  damals  daran  gedacht,  diese  Forderung  geltend  zu
machen?  Wäre  Deutschland  ein  so  emheitliches  Land  wie
Frankreich,  so  gäbe  es  auch  keine  nationale  und  kulturelle
Gefahr  für  uns.  Nun  ist  dem  aber  nicht  so.  Darum  sagt  wohl
Storck  mit  Recht:  „Wenn  wir  keine  Reichsverwaltung  haben,
schaffen  wir  sie,  schaffen  wir  sie  wenigstens  für  das  Elsaß.
Ebensogut  wie  jeder  deutsche  Bundesstaat  emige  seiner  Landeslinder
  als  Beamte  in  das  Elsaß  schickt,  kann  er  doch  auch  Elsässer
in  seine  Verwaltung  übernehmen.  Man  stelle  einmal  als  allgemeinen
  Grundsatz  auf,  daß  jeder  deutsche  Bundesstaat  für
seden  Beamten,  den  er  ins  Elsaß  abgibt,  zur  Übernahme  eines
Elsässers  verpflichtet  ist..  Der  Elsässer  in  Altdeutschland
stände  sich  viel  besser  als  der  Atdeutsche  im  Reichsland.  Denn
er  würde  mit  offenen  Armen  empfangen  werden,  was  umgekehrt
  nicht  der  Fall  ist.  Der  Altdeutsche,  der  nach  dem  Elsaß
kommt,  der  muß  unendlich  viel  geistige  Güter  opfern;  denn
hier  im  Elsaß  ist  er  von  dem  geistigen  Leben  der  Nation  wie
abgeschnitten.“  Dieser  letzte  Satz  Storcks  wird  von  keinem
Geringeren  als  dem  bekannten  Parteimann  Wetterle  bestätigt,
welcher  aus  Anlaß  der  hoffentlich  in  Regierungskreisen  noch
nicht  vergessenen  Taverne-Geschichte  das  sehr  wahre  Wort
sprach,  es  gebe  in  Elsaß-Lothringen  zwei  Bevölkerungen,  die
neben  einander,  aber  nicht  mit  einander  lebten.  Und
was  ist  die  Ursache  dieser  Erscheinung?  Nichts  anderes  als  der
Bildungsschwindel;  denn  wo  er  nichtt  herrscht,  wie  z.  B.
in  meiner  Gemeinde,  wo  zwei  Familien  aus  der  Kasseler
Gegend,  drei  aus  dem  politisch  denkwürdigen  hessisch-badischem
Dorf  Kürnbach  wohnen,  bezw.  einige  Zeit  wohnten,  und  die
Tochter  eines  Hauses  mit  einem  Mann  aus  Eisleben  verheiratet
  ist  in—  Tsingtau,  und  wo  fast  jedes  Manöver  eine
Heirat  zwischen  altdeutschen  Soldaten  und  Töchtern  des  Ortes
zustande  bringt,  leben  Elsässer  und  Altdeutsche  in  den  denkbar
besten  Beziehungen  und  sind  sich  gar  keines  Gegensatzes  bewußt.
Die  elsässische  Frage  ist  daher  in  allererster  Linie  eine  Bildungsfrage,
  wie  ich  in  Wiesbaden  ausgeführt  habe.  Sollen  nim  die
Zustände,  die  die  sonst  so  verschieden  fühlenden  Männer  Storck
und  Wetterle  einmütig  feststellen,  verewigt  werden,  indem  die
Scheidewand,  der  Bildungsschwindel,  durch  einen  zu  seinem
Zweck  geschaffenen  Bundesstaat  grundsätzlich  gepflegt  wird?
Oder  sollen  die  Altdeutschen  im  Land  über  diese  Scheidewand
hinüberklettern  und  auch  Bildung  schwindeln,  damit  der  neue
Bundesstaat  geschlossen  dem  übrigen  Reich  gegenübersteht?
Oder  soll  sich  gar  das  übrige  Reich  der  edeln  Bewegung  anschließen
  und  jede  deutsche  Haushaltung  sich  den  mir  freundlichst