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die  dortige  Dorsschule,  so  daß  er  später  als  Melker  auf  dem
(Schafertal  Reim“  am  Hoheneck,  (damals  meinem  Großpater,
jetzt  in  „gebildetem'  Besitz)  beim  Kühehüten  eine  „Histoire
romaine  lesen  konnte,  von  deren  Inhalt  er  mir  dann  später
über  dem  Kartoffelausmachen  oder  beim  Mistführen  neben
oder  hinter  dem  Cselkarren  einherschreitend  erzählte.  Ich  kann
mich  noch  sehr  lebhaft  an  die  Stelle  auf  dem  Kartoffelstlick  in
der  Lisemiß  Hall  (Miß  =  Sumpf,  Hall—  Halde)  erinnern,  wo
er  mir,  während  ich  die  von  ihm  ausgehackten  „Ardepfel“
aufhob,  die  Geschichte  Hannibals  erzählte,  wie  ihn  sein  Vater
Hamilkar  mitnahm  nach  Spanien  und  dem  Knaben  dort  vor
dem  Altar  einen  feierlichen  Schwur  abnahm,  die  Römer  zu
hassen  sein  Leben  lang.  Das  hat  einen  tiefen  Eindruck  auf
mein  Kindesgemüt  gemacht.  Als  Protestant,  der  über  die
Protestantenverfolgungen  in  Frankreich  gut  Bescheid  wußte,
blieb  er  aber  durch  und  durch  deutsch  gesinnt.  Hebels  allemannische
  Gedichte  kannte  er  fast  von  A  bis  Z  auswendig  und
in  Luthers  Bibelübersetzung  war  er  zu  Hause.  Das  Werturteil
meiner  1891  verstorbenen  Großmutter  über  welsche  Brocken
„di  Teifels  Werter,  wu  mer  nit  verstièt"“  habe  ich  mir
getreulich  eingeprägt  und  über  seine  sittliche  Berechtigung  viel
nachgedacht.

Seit  meinem  vierzehnten  Jahr;  habe  ich  mich  mit  dem
Volkstum  meiner  Vorfahren  belhäftigt.  indem  ich  einem
Lehrer  der  Realschule  in  Münster,  W.  Mankel  aus  Hanau,
den  sprachlehrlichen  und  Wortschatzstoff  sammelte  zu  seiner
Doktorarbeit  über  die  Mundart  des  Münstertales.  Den  Briefwechsel
  mit  dem  Elternhaus  habe  ich  von  meiner  ersten  Abwesenheit
  von  daheim,  von  1879,  bis  zum  Tode  meines  Vaters,
1894,  ausschließlich  in  Mühlbacher  Mundart  geführt,  lauttreu
geschrieben  in  einer  Geheimschrift  aus  griechischen  und
russischen  Buchstaben.  In  den  „Jahrbüchern  für  Geschichte,
Sprache  und  Literatur  Elsaß-Lothringens“  habe  ich  vom
ersten  Jahrgang  1885  an  zuerst  fast  jedes  Jahr,  daun
seltener,  mundartwissenschaftliche  Beitrige  geliefert  über
alle  elsässischen  Mundarten,  die  mir  zugänglich  waren.  Ein
hambachisches  Wörterbuch  in  Feteln  steht  in  einem  Kästchen
vor  mir  auf  dem  Schreibtisch.  Es  ist  in  dem  großen  elsässischen
Wörterbuch  von  Martin  und  Lienhart,  an  dem  ich  jahrelang
  mitgearbeitet  habe,  mit  verwertet.  Als  ich  nun  nach
dem  Erscheinen  mit  dem  Huuptherausgeber  über  sein  Werk,
die  Frucht  unsäglicher  Mühe  und  Geduldsarbeit,  wozu
einem  Bildungsschwindler  die  nötige  Liebe  und  auch  Fähigkeit
gefehlt  hätte,  sprach,  sagte  ich  ihm:  „Herr  Professor,  Sie  haben
das  Verdienst,  durch  Ihre  Arbeit  die  elsässische  Sprache  vor