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nehmen,  die  mit  der  wichtigen  elterlichen  Begründung
angemeldet  wurden:  „Es  soll  nurr  e  bissel  frauzesch  lehre!“
und  dann  sieht,  wie  sich  tatsächlich  das  Interesse  der  Eltern
nur  auf  die  paar  französischen  Brocken  richtet,  die  das  Kind
aus  der  Schule  beimbeing  so  muß  man  lächeln  —  aber
es  ist  ein  sehr  trauriges  Lächeln.  —  Die  Frage,  die  Sie  so
mutig  für  unser  engeres  Heimatland  Elsaß-Lothringen  angeschnitten
  haben,  gilt  aber,  wie  Sie  ganz  richtig  erwähnen,
für  unser  ganzes  deutsches  Vaterland  überhaupt,  wo  leider,
leider  besonders  auf  dem  Gebiete  der  Mädchenerziehung
nicht  nur  von  den  Eltern,  sondern  auch  von  vielen  Pädagogen
und  nicht  zum  wenigsten  von  der  Schulbehörde,  die  die  Lehrpläne
  festsetzt,  gesündigt  wird.  Wie  viele  Verflachung  und  öde
Geistesarmut  da  die  Fremdspochen  auf  dem  Gewissen
haben,  ist  gar  nicht  zu  sagen.  Würde  noch  ihr  Studium  zu
dem  Zwecke  getrieben,  die  Geisteswerke  jener  Völker  in
der  Ursprache  genießen  und  sich  zum  bildenden  Eigentum
machen  zu  können;  aber  wo  kommt  es  heutzutage  beitden
hohen  Anforderungen,  die  das  übrige  Leben  an  uns  stellt,
so  weit?  Höchstens  bei  den  Fachwissenschaftlern,  und  hier
sagen  Sie  mit  Recht,  daß  vom  Bildungsstandpunkt  aus
uns  die  verwandteste,  also  die  englische  Sprache  und
Literatur  am  nächsten  liegen  müsse.  —  Zum  Reisen  braucht
man  heutzutage,  wie  Sie  ebenfalls  bemerkten,  auch  keine
Fremdsprache  mehr,  besonders  wenn  wir  Deutschen  auch
im  Auslande  mehr  an  unsere  Muttersprache  hielten.  „Wozu
sollen  wir  Deutsch  lernen“,  sagte  mir  kürzlich  ein  Engländer,
„die  meisten  Deutschen  verstehen  uns  ja."  Uberdies  wird  in
absehbarer  Zeit  das  leicht  zu  erlernende  geistvolle  Esperanto
den  internationalen  Verkehr  vermitteln.

Verzeihen  Sie,  sehr  geehrter  Herr  Pfarrer,  meine
zwanglose  Plauderei.  Aber  Ihr  Vortung  hat  eine  ganze
Reihe  mich  seit  lange  bedrückender  Vorstellungen  ausgelöst,
von  denen  sich  einige  in  der  Freude  so  unversehens  aufs
Papier  stahlen  —  in  der  Freude,  daß  unsere  liebe  schöne
deutsche  Muttersprache  auch  hier  im  Elsaß  Anhänger  und
tapfere  Ritter  findet,  die  für  sie  eintreten.  MDame  im  Elsaß.)

Mülhausen  im  Sundgau,  den  31.  Weinmonat  1907.
Möge  ein  deutsches  Wort  in  deutscher  Treue,  am
Abend  dieses  Jahres  an  Sie  gerichtet,  von  Ihnen  wohl
wollend  ausgenommen  werden.
Die  Wahrheit  und  mmerschütterliche  Ruhe  der  Geschichte,
  auf  deren  Seite  Sie  stehen,  strafen  hell  und
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