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erbietung  sie  landauf  landab  genießen.  Darum  ist  es
höchste  Zeit  daß  endlich  das  echte,  unberückte  Elsaß  neu
und  selbstbewußt  erwacht.  Daher  mein  Weckruf  und  meine
Warnung  vor  noch  wirksamern  Schlafmitteln.  Mein  Auftreten
  hat  keinen  andern  Grund  als  nur  den  einen:  Wessen
das  Herz  voll  ist,  des  geht  der  Mund  über.

III.  Preßstimmen.

Was  die  Presse  anbelangt,  so  war  ich  leider#ganz  auf  die
zufällige  Freundlichkeit  derer  angewiesen,  die  die  Güte  hatten,
mir  Zeitungsnummern  zuzuschicken,  die  sich  mit  meinem  Vortrag
  befaßten.  Auf  diesem  Wege  bin  ich  in  den  Besitz  einer
Nummer  des  „Elsässers“  (14.  9.  07),  der  „Straßburger  Zeitung“
(18.  9.  07),  einiger  Ausschnitte  aus  dem  „Journal  d'Al#ace-Lorraine“
  und  des  „Express“,  einer  Nummer  der  „Bürger-Zeitung“
  (28.  9.  07)  und  des  „Journal  de  Colmar“  (3.  10.  O7),
gekommen.  Ich  kann  darum  nur  auf  diese  eingehen.

Wenn  der  „Elsässer"  sagt,  der  Kaiser  habe  sich  klipp  und
klar  gegen  die  Wiesbadener  Über=  und  Geschäftspatrioten  ausgesprochen,
  „besonders  was  die  Pflege  der  französischen  Sprache
und  selbst  des  alt-lothringischen,  französischenyn  Volksliedes  in
Lothringen  betrifft“,  so  ist  daraus  nicht  zu  ersehen,  was  denn
der  Kaiser  in  Wirklichkeit  gesagt  hat.  Ich  glaube  kaum,  daß  er
für  den  elsässischen  Bildungsschwindel  begeistert  sein  wird,  der
mit  aller  Macht  an  der  Ausrottung  unseres  angestammten
Deutschtums  arbcitet.  Aus  dem  nachstehenden  Kapitel  über
das  französische  Sprachgebiet  geht  wohl  zur  Genüge  hewor,
daß  auch  ich  das  Volkstum  der  Bevölkerung,  bei  der  das  Französische
  nicht  Bildungsschwindel,  sondern  etwas  Echtes,  Bodenständiges
  ist,  gepflegt  wissen  will.  Wohnte  ich  dort,  ich  würde
meinerseits  selbst  an  der  Erforschung  desselben  mitarbeiten,  wie
ich  mich  von  jeher  auch  für  französische  Mundartenkunde,  z.  B.
in  Rousselots  gediegener  Zeitschrift  „Kevue  des  Patois  galle
romans“  iuteressiert  habe.  Auf  welschem  Gebiet  die  welschen
Mundarten  mit  Licbe  erforschen  und  auf  deutschem  Gebiet  die
deutsche  Muttersprache  aus  Hochmut  und  unsozialer  Gesinnung
verleugnen,  ist  etwas  himmelweit  Verschiedenes,  und  wenn
die  Bildungsschwindler  das  zusammenwerfen,  so  zeugt  das  nicht
gerade  von  ihrer  eingebildeten  geistigen  Mehrwertigkeit.

Die  „Straßburger  Zeitung“  gibt  im  Aufsatz  „Eine
törichte  Resolution“  zu,  daß  „die  Sprachenfrage  eine  höchst
wichtige,  vielleicht  die  Schicksalsfrage  unserer  Kultur“  ist,  fügt
aber  hinzu:  „Das  müssen  wir  mit  uns  und  unter  uns  selbst
ausmachen!“  Damit  bin  ich  ganz  einverstanden.  Aber  wir