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damit  eine  menschenwürdige  Umgangssprache  zu  erwerben.
Zu  diesen  eingesandten  Gedanken  bringt  der  „Express“  noch
den  Zusatz:  „Zur  Unterstützung  dessen  wollen  wir  eine
Tatsache  von  trauriger  Beredsamkeit  anführen:  Seit  zwei
Jahren  sucht  der  „Expreß"“  vergeblich,  einen  einheimischen
jungen  Mann  anzustellen  als  Ortsschriftleiter.  Viele  Bewerber
stellen  sich  vor,  die  Deutsch  können  (und  elsässer  Mundart
natürlich),  und  die  das  Französische  gelaufig  reden,  aber  nicht
chreiben.  Sobald  sie  die  Feder  in  der  Hand  haben,  wird  es
ihnen  unmoglich,  sich  verständlich,  geschweige  denn  richtig,  auszudrücken.
  Trauriges  Ergebnis  eines  durch  Zwang  gefälschten
Unterrichts,  der  dem  verfolgten  Zweck  zuwiderläuft.“  Der
letzte  ist  besonders  köstlich!  Die  deutsche  Schule  trägt  ja
bereits  Wasser  in  den  Bach,  indem  sie  im  Elsaß,  wo  schon  die
öffentliche  Meinung  den  größten  Zwang  zugunsten  des  Französischlernens
  ausübt,  ihrerseits  noch  auf  allen  höheren  Schulen
die  Schüler  dazu  zwingt.  Aber  sie  pflegt  es  nicht  in  dem  Maße,
daß  einer  einen  so  glänzenden  französischen  Stil  erwirbt,  daß  er
den  verwöhnten  Ansprüchen  der  Leser  des  „Expreß“  genügen
kann.  Darum  läuft  seine  Ausbildung,  selbst  wenn  er  zu  Hause
französisch  erzogen  ist,  ihrem  Zweck,  das  Elsaß  wenigstens  zu
einer  geistigen  Provinz  Frankreichs  zu  machen,  zuwider.
Das  nennen  sie  darum  eine  instruction  faussee  per  la  conlrainte,
  weil  die  deutsche  Schule  nicht  hinlänglichen  Zwang
für  das  Französische  ausübt!  Sie  sollten  statt  „Zwang“  schreiben
„Mangel  an  Zwang"!  Zum  anderen  beweist  aber  diese  Nachschrift,
  eine  wie  unsoziale  und  unnatürliche  Sprache  das
geschriebene  Französisch  sein  muß,  daß  einer  die  Sprache
zwar  geläufig  sprechen,  und  doch  nicht  imstande  sein  kann,
den  geschriebenen  Stil  zu  beherrschen.
einer  späteren  Nummer  (2.  10.2)  bringt  der  „Expres“
(der  mir  übersandte  Ausschnitt  wird  wohl  von  dort  sein)  eine
Notiz  „Un  pasteur  alsacien',  worin  mich  folgender  Satz  besonders
  gefreut  hat:  „Dans  la  bouche  du  professeur  Knatschke,
dépeint  par  noh##e#  caricaturiste  Hansi,  ce  discoufs  sersit,
comprehensible,  mais  surprend  peniblement  dans  celle  d'un
pasleur  alsacien.“  Er  bestätigt,  was  mir  neulich  ein  Fremimd
schrieb:  „Es  ist  etwas  in  der  Wirkung  sehr  Verschiedenes,  ob
wirso  etwas  sagen,  oder  ein  Aledeutscher.  Wenn  unsere  Worte
auch  nicht  viel  mehr  nützen  sollten,  so  haben  wir  doch  wenigstens
damit  die  Bildungsschwindler  unendlich  mehr  geärgert.“  Das
%  auch  mein  Trost,  und  darum  freut  mich  die  „peinliche
berraschung“  ungemein,  die  das  verwelschte  Blatt")  bei

r  Ursprũ  rünglich  noch  zweisprachig.  wie  die  aus  früberer  Zein
siehen  gelassenn  doppelsprachliche  Uberschrift  beweist.