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der  Entdeckung  empfindet,  daß  wir  ungebildeten  Elsässer  leider
auch  noch  auf  der  Welt  sind,  und  daß  es  unter  uns  sogar  welche
gibt,  die  sich  ob  dieser  Unbildung  nicht  im  geringsten  schämen,
sondern  von  der  Nachäffung  des  esprit  frangais  denken:  „Wie
er  sich  räuspert  und  wie  er  spuckt,  das  habt  ihr  ihm  glücklich  abgeguckt;
  doch  sein  Genie,  ich  meine  sein  Geist,  sich  nicht  bei  den
Bildungsschwimlern  weist.“

Dem  altdeutschen  Herausgeber  der  „Straßburger
Bürger-Zeitung'  hatte  das  „Journal  d’Alsace-Lorraine"
soeben  ins  Stammbuch  geschrieben:  „X  qduci  bon  discuter  sur
de  graves  questions,  qui  sont  toutes  en  nuances,  avec  un
homme  qui  comprend  à  peine  Pabe  de  la  langue  due  vous
employcz',  „wozu  auch  sich  mit  einem  Menschen  herumstreiten,
der  kaum  das  Abe  der  von  uns  gebrauchten  Sprache  versteht?“
Dieser  Wink  mit  dem  Zaunpfahl  hat  den  biederen  Herausgeber
dermaßengeknickt,  daß  er  in  seiner  Zerknirschung  schreiben  konnte:
„Wir  fürchten,  daß  dieser  Scharfmacher  gegen  die  deutschfranzösische
  Sprachbildung  noch  einmal  über  sich  selbst  erschrecken
wird.  Einen  solchen  Unkenruf  hat  man  selbst  aus  dem  teutschwütigsten
  Lager  noch  nicht  vernommen.  Die  maßlose  Vorein-»
  heit  diesesweißen  Rabengegen  die  uaturnotwendige
Zweisprachenbildung  dürfte  mit  die  Schuld  sein,  wenn  der  Herr
Pfarrer  von  Waldhambach  nirgends  ernst  genommen  wird.“

Der  „weiße  Rabe“  gibt  ihm  nun  gern  zu,  daß  wenn  man
als  Zeitungsschreiber  nicht  in  der  Lage  ist,  sich  die  dafür  nötigen
dolmetschenden  Untertanen  anzuschaffen,  zu  einer  Preßfehde
mit  einem  welschen  Blatt  gute  französische  Sprachkenntnisse
unbedingt  „naturnotwendig"  sind.  Er  möchte  ihn  aber  zur
Heilung  seiner  Zerknirschung  auf  die  Geschichte  des  Blattes  aufmerksam
  machen,  das  ihn  so  geknickt  hat.  Dieses  Blatt  trägt
den  Untertitel:  „Ancien  Journal  d'  Albace  et  Courrier  du  Bas-Khin.
  Fondé  en  1787.“  Glaubt  eretwa,  daß  das  Blatt  1787  als
ein  französisches  gegründet  wurde?  Dann  ist  er  in  großem  Irrtum.
  Das  Blatt  hieß  damals  „Straßburgische  Zeitung“  und
war  natürlich  rein  deutsch.  Seit  1803  hieß  es  „Niederrheinischer
Kurier“.  Erst  von  1810  ab  erschien  es,  amtlich  gezwungen,
zur  Einführung  der  Etsässer  in  die  französische  Sprache  zweiprachig.

  Jetzt  sind  sie  so  gut  eingeführt,  daß  das  Blatti  den
deutschen  Teil  entbehren  kann.  Ich  kannte  das  Blatt  noch  in
meinen  Lehrjahren  als  ein  zweisprachiges.  Dann  gieng  es  aus
Lesermangel  ein.  Nun  hat  es  sich  vor  noch  nicht  ganz  3  Jahren,
amtlich  geduldet,  als  rein  französisches  Blatt  neu  aufgetan;
  und  siehe  da,  das  aus  Lesermangel  eingegangene  macht
nun  die  glänzendsten  Geschäfte  Hat  er  wohl  schon  einmal  über
die  tiefern  Ursachen  dieser  Erscheinung  nachgedacht?  Wenn