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einer  Sachkenntnis  und  einer  Einsicht  in  die  praktischen
Bedürfnisse  mit,  die  mich  in  Erstaunen  setzte,  und  die  ich  bei
keinem  andern  Mitglied  in  diesem  Maße  fand,  sodaß  ich  ihn
zu  meinem  Nachfolger  als  Schriftleiter  ausersehen  hatte.  Er
wurde  aber,  nachdem  er  nur  37  Tage  Kaplan  gewesen  war,
lungenkrank  und  starb  in  Gardone  Riviera  am  Gardasee.
In  seinem  Nachlaß  fand  sein  Vater  eine  noch  unabgesandte
Postkarte  mit  meiner  Adresse.  Von  ihm  habe  ich  mir  sein  Bild
erbeten  und  erhalten.  Jahre  lang  habe  ich  um  ihn  getrauert.

Der  dritte  war  der  Pfarrer  J.  Levy  in  Lorenzen,  der  mir
zu  meiner  Arbeit  über  Ortsnamen  in  der  Waldhambacher
Mundart  im  Jahrbuch  für  Geschichte,  Sprache  und  Literatur
Elsaß-Lothringens  1895  die  alten  Schreibungen  der  Ortsnamen
mitteilte,  die  ihm  aus  den  Urkunden  für  seine  Geschichte  von
Herbitzheim  bekannt  waren.

Der  vierte  war  der  Abbé  Rousselot  in  Paris,  bekannt  durch
seine  französische  Mundartenforschung  und  durch  seine  Experimentalfonetik.
  Er  untersuchte  1896  im  Laboratorium  des
Institut  catholique  in  Paris  meine  Münstertäler  Laute  mit
Hilse  der  von  ihm  selbst  erfundenen  Apparate  und  leistete  mir,
indem  er  mich  dadurch  in  seine  Wissenschaft  einführte,  und
mir  in  jeder  Weisefreundlichst  eutgegenkam,  einen  großen  Dienst.

Der  fünfte  war  Prof.  Dr.  Grimme  von  der  katholischen
Fakultät  in  Freiburg  i.  Schw.  In  Zimmerns  vergleichender
Grammatik  der  semitischen  Sprachen  hatte  ich  von  Ansichten
über  die  mutmaßliche  Aussprache  des  alten  Hebräisch  gelesen,
die  sich  ungefähr  mit  dem  deckten,  was  ich  selbst  an  der  auf  unsern
Hochschulen  gelehrten  Aussprache  ausgesetzt  hatte.  Diese  Ansichten
  hatte  H.  Grimme  ausgesprochen.  Ich  trat  mit  ihm  daher  in
Briefwechsel  und  unterbreitete  ihm  die  von  mir  im  Mattre
phonstique  veröffentlichten  hebräischen  Lautschrifttexte,  die  er
sorgfältig  begutachtete.

Der  sechste  ist  nun  Wetterle.  Er  hat  mir  durch  seine  Aufsätze
  über  Prof.  Rein,  worin  er  die  Anschauungen  junger  Elsässer
über  unsere  Kulturfrage,  über  die  Rein  im  „Tag“  berichtete,  als
preußische  Unverschämtheiten  gegen  uns  brandmarkt,  sowie
durch  den  abgedruckten  Aufsatz  über  mich  eine  Bildungsschwindlerfotografie
  geeser,  wie  ich  mir  sie  nicht  besser
wünschen  kann.  Der  Leser  mag  selbst  entscheiden,  ob  bei
seinem  Bildungsschwindel  der  Nachdruck  mehr  auf  „Bildung“
oder  mehr  auf  „schwindel“  zu  legen  ist.

Nachträglich  erhalte  ich  noch  einige  Nru.  des  Express.
Ein  Mitarbeiter,  L.  Hardyon,  kann  sich  in  Nr.  235  zwar
den  Arger  über  die  Welschelei  der  Elsässer  erklären,  dem
deutsche  Schowinisten  ab  und  zu  Luft  machen.  „Aber  der

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