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aber  gerade  diese  „Verstandesübung“,  indem  sie  es  ihnen
als  Muttersprache  beibringen!

Zuletzt  tut  er  noch,  als  ob  ich  vorgeschlagen  hätte,  daß
der  Staat  den  Elsässern  das  Französischsprechen  verbiete,
während  ich  bloß  verlange,  daß  der  deutsche  Staat  nicht
noch  einen  Druck  zu  seinen  Gunsten  ausübe,  wie  jetzt  geschieht,
  indem  es  nicht  Wahlfach,  sondern  Pflichtfach  ist  auf
allen  höhern  Schulen.  Warum  entrüstet  sich  der  Mann,
der  sonst  für  alles,  was  von  Westen  kommt,  schwärmt,  hier
über  meine  Empfehlung  des  Beispiels  Frankreichs  als
Muster  für  unsere  Fremdsprachpflege?

In  der  Nr.  239  vom  13.  10.  07.  rust  ein  Mitarbeiter,
der  sich  Philinte  nennt,  aus:  „Ist  es  möglich,  daß  sieben
und  dreig  Funre  nach  dem  Unglück  Frankreichs  ein  Elsässer
in  einem  Anfall  von  Pangermanismus  gewagt  hat,  von  der
französischen  Sprache  mit  etwas  wie  Verachtung  zu  reden?
Es  ist  zweiselhaft,  ob  diese  Plattheit  gegen  die  Sieger  eine
günstige  Aufnahme  selbst  von  ihrer  Seite  gefunden  hat.
Wer  irgend  noch  ein  Würdegefühl  hat,  muß  sich  verletzt
fühlen,  wenn  er  sieht,  wie  einer  seinen  alten  Eltern
Schmach  antut.  Und  wenn  dieser  eine  ein  Sohn  des
Elsasses  ist,  ein  Pfarrer,  ein  Christ,  so  erfüllt  der  Anblick,
den  er  gewährt,  die  Seele  mit  bitterer  Schwermut..

Die  großen  Geister  Deutschlands  haben  stets  der
wunderbaren  französischen  Sprache  ihre  Huldigung  dargebracht.
  Göthe  bekannte  sich  geradezu  zu  einer  göttlichen
Verehrung  der  französischen  Schriftsteller  des  16.,  17.,  18.,
19.  Jahrhunderts  Spieser  denkt  und  redet  anders.
Dürfen  wir  wohl  da  bemerken,  daß  Spieser  nicht  Göthe  ist?

Die  französische  Literatur  nicht  kennen,  die  Erlernung
der  französischen  Sprache  verbannen,  das  wäre  eine  Gotteslästerung
  (blaspheme),  die  einen  Friedrich  II.  entrüstet
hätte.  „Jeder  Mensch  hat  zwei  Vaterländer:  Frankreich
und  das  seinige“,  hat  ein  Staatsmann  gesagt,  der  nicht
an  der  Säue  geboren  war.  Jeder  gebildete  Mensch  muß
mit  den  französischen  Filososen,  Sittenlehrern  und  Dichtern
vertraut  sein  ...

Sie  ist  von  wunderbarer  Klarheit,  Schnelligleit  und
Anmut,  diese  entzückende  Sprache,  die  so  viele  Geschlechter
begeistert,  belustigt,  bezaubert  hat,  —  die  Sprache  eines
Rabelais,  Marot,  Regnier,  Bossuet,  Corneille,  Racine,
Voltaire,  Diderot,  Lamartine,  Bérenger,  Viltor  Hugo,
Mérimée,  Georg  Sand,  Balzac  —,  die  Sprache  der  feinen
Diplomatie,  der  Ironie,  der  Lustigkeit,  der  strahlenden
Klarheit,  der  leuchtenden  Herzlichkeit,  der  geslügelten  und

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