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lächelnden  Unterhaltung,  der  Schalkhaftigkeit,  der  gesetzmäßigen
  Genauigkeit.  Was  Alfred  von  Musset  von  der
Dichtung  sagte,  das  kann  man  von  der  französischen  Literatur
überhaupt  sagen:  Ich  liebe  die  Verse,  diese  unsterbliche
Sprache;  es  ist  vielleicht  eine  Gotteslästerung,  ich  sage  sie
ganz  leise,  aber  ich  liebe  sie  rasend;  sie  hat  das  für  sich,
daß  zu  keiner  Zeit  die  Dummköpfe  Wert  drauf  zu  legen
wußten  (n'en  ont  pu  fair  cas)“.  [Na,  ich  kenne  aber  doch  auch
Dummköpfe,  die  auf  ihr  Französisch  „Wert  zu  legen  wußten“!)

Der  Artikel  führt  dann  Göthe  an,  der  der  Meinung
gewesen  sei,  die  französische  Sprache  übertreffe  alle  andern
durch  rednerische  Kraft  und  Hinreißung.  Ich  erkläre  mir
dies  Urteil  Göthes  damit,  daß  Göthe  noch  in  einer
verkehrsarmen  Zeit  lebte,  wo  die  geborene  Rednergabe  der
Negervölker  noch  weniger  bekannt  war.  Dies  Beispiel  der
Negerberedsamkeit  gibt  jedenfalls  Anlaß  zum  Nachdenken
über  den  Wert  der  Beredsamkeit  als  solcher  und  der
Sprachen,  die  durch  ihre  Frasenhaftigkeit  das  Ziel  begünstigen,
  das  nach  den  alten  Sofisten  in  Griechenland
darin  bestand,  ton  hetto  logon  kreito  poiein  (die  schwächere
Sache  zur  stärkeren  machen),  oder  wie  schon  der  alte  Proset
Jesaia  das  nennt:  „wehe  denen,  die  Böses  gut  und  Gutes
böse  heißen,  die  aus  Finsternis  Licht  und  aus  Licht
Finsternis  machen,  die  aus  sauer  süß  und  aus  süß  sauer
machen.“  Wenn  unser  ehrliches  Deutsch  dazu  nicht  so
zweckmäßig  eingerichtet  sein  sollte  wie  das  „gebildetere“
Französisch,  so  kann  ich  als  deutscher  Mann  diesen  Mangel
nicht  beklagen.  Im  gewöhnlichen  Leben  zieht  man  doch
auch  die  Menschen,  besonders  die  Weiber,  mit  besonderer
Zungenfertigkeit  nicht  unbedingt  vor.  Daß  zur  Darlegung
wahrer  Sachverhalte  die  deutsche  Sprache  ausreicht,  davon
überzeuge  ihn  diese  Schrift.  -

Um  dem  erlauchten  Verfasser,  von  dem  mir  aus  Mülhausen
  geschrieben  wird,  daß  er  ab  und  zu  die  Mulhousiens
de  choix  mit  französischen  Vorträgen  beglücke  und  daß
dann  buchstäblich  Außerungen  fallen  wie  die:  „Das  sind
nicht  mehr  Worte  eines  Menschen,  das  sind  Worte  eines
Gottes“,  nicht  Böses  mit  Bösem  zu  vergelten,  schlage  ich  ihn
hiermit  als  Kultusminister  für  den  geplanten  Bundesstaat  vor.

Aus  Altdeutschland  habe  ich  keine  Preßstimmen  erhalten
  außer  dem  folgenden  Zeitungsausschnitt  und  der
Nrn.  10  und  11  der  „Blätter  für  Deutsche  Erziehung“,  die
meinen  Wiesbadener  Vortrag  bringen.  Der  Ausschnitt  aus
dem  mir  unbekannten  Blatt  lautet: