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darum,  wer  in  keiner  Sprache  zu  Hause  ist,  wurzelt  in  keinem
Volkstum  fest,  kann  an  keinem  Volk  ein  volles  und  ungeteiltes
Interesse  haben.  4.

Professor  H.  Oppenheim  schreibt  in  seiner  Schrift
„Nervenleiden  und  Erziehung“.  (Berlin  1899):

Beklagenswert  ist  auch  die  in  gewissen  Geseischafit  chichten
verbreitete  Unsitte,  Kinder  in  den  ersten  Jahren  ihrer  En
wicklung  zugleich  zwei  oder  gar  drei  Sprachen  erlermen  zu  !*“
Abgesehen  davon,  daß  für  diese  Kinder  der  Begriff  Muttersprache
  und  von  allem,  was  ihr  an  erzieherischem  Wert  auhaftet,
  verloren  geht,  hat  auch  das  Nervensystem  unter  dieser
unnatürlichen  Belastung  der  entsprechenden  Gehirnzentren
schwer  zu  leiden.  Jedenfalls  sollten  newös  veranlagte  Kinder
vor  dieser  Schädlichkeit  bewahrt  bleiben.

5.

Dr.  Grävell  in  Heidelberg  schreibt  in  der  „Pädagogischen
  Warte“  vom  1.  10.  07  in  seinem  Aufsatz  „Alte
und  neue  Wege  in  der  Pädagogik“  folgendes:

Vom  Französischen  gilt,  was  vom  Lateinischen  gesagt
wurde.  Weder  Sprache  noch  Schriftentum  ist  wert,  beachtet
zu  werden,  da  der  pädagogische  Gewinn  minimal  ist.  Heute
müht  sich  der  Deutsche  ab,  Französisch  sprechen  und  lesen
zu  lernen,  aber  er  erreicht  weder  das  eine  noch  das  andere.
Der  Geist  der  französischen  Sprache  ist  vom  unfrigen  zu
verschieden.  Daher  soll  das  Französische  aus  den  untem
Klassen  ebenso  entfernt  werden  wie  das  Lateinische;  in  den
obersten  Klassen  mag  es  sein  Dasein  fristen,  wenigstens  so
weit,  daß  die  Schüler  ein  leichtes  Buch  lesen  können.  In
den  obersten  Klassen  wirkt  die  Sprache  auch  nicht  so  verderblich
  auf  den  jugendlichen  Geist  ein  wie  in  den  unteren.
Die  Bedeutung  des  Französischen  ruht,  ähnlich  wie  beim
Griechischen,  auf  der  Form.  Hat  der  Hellene  wesentlich
männliche  Kultur  geschaffen,  so  hat  der  Fmnzose  das  Weib
zur  Geltung  gebracht.  In  seinem  ganzen  Kunstschaffen
heirscht  das  weibliche  Element  vor.  Statt  daher  die  Schüler
mit  dem  Cid  zu  langweilen  oder  Boileaus  Art  poctique  zu
bewundern,  suche  man  in  ihnen  das  Verständuis  für  fran-Plische
  Feinheit  zu  wecken,  indem  man  z.  B.  anziehende

Darstellungen  der  Grozie  des  17.  und  18.  Jahrhunderts
gibt.  Das  zur  Pedanterie  neigende  plumpe,  hölzerne  und
sormlose  deutsche  Wesen  bedarf  der  Ergänzung  durch  das
nervöse,  feinfühlige  französische  Wesen.  Aber  das  kam  man
nicht  aus  Büchern  lernen;  am  besten  nur  durch  Aufenthalt
im  Lande  selbst.