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Heute  glaubt  man  durch  Sprachunterricht  die  Jugend
„gebildet“  machen  zu  können.  Dies  ist  aber  ein  verhängnisvoller
  Irrtum.  Nichts  im  Gegenteil  wirlt  so  wenig  bildend
wie  Sprachunterricht.  Er  zerstört  das  Denken  und  erzeugt
Gedankenlosigkeit.  Der  grammatische  Drill  in  den  unteren
Klassen  ist  Gist  für  die  Jugend.  Schaffe  man  die  fremden
Sprachen  so  rasch  wie  möglich  hinaus!  Sie  bewirken  nur
Konfusion  in  den  Köpfen.

Als  erste  fremde  Sprache  muß  notwendigerweise  das
Englische  gelten.  Es  ist  die  Sprache,  die  man  heute
allenthalben  braucht,  da  es  immer  mehr  Weltsprache  wird
—  wie  das  Lateinische  früher.  Es  ist  abermals  ein  erstaunliches
  Zeugnis  für  die  gänzliche  Urteilslosigkeit  unserer
offiziellen  Pädagogik,  daß  man  das  nicht  schon  längst  erkannt
und  darnach  gehandelt  hat.  Gerade  für  die  unteren  Klassen
aber  eignet  sich  das  Englische  allein,  da  es  nicht  zu  sehr
von  unserer  Muttersprache  abweicht.

Wollen  wir  uns  national  („völkisch")  vertiefen,  so
müssen  wir  die  holländisch-vlämische  Schwestersprache
erlernen.)  Unsere  Zukunft  beruht  wesentlich  darauf,  daß
wir  anfangen,  uns  als  Germanen  zu  fühlen.  Unseie
Schule  hat  bisher  alles  getan,  um  uns  zu  entgermanisieren
und  hat  uns  dadurch  in  der  natürlichen  Entwicklung  gehemmt.
  Die  Erlernung  der  niederdeutschen  Schriftsprache
  aber  wäre  das  richtige  Mittel,  uns  den  fehlenden
Sinn  für  die  Gemeinsamkeit  zu  geben,  der  uns  heute  fehlt.

V.  Aus  einem  Gespräch  eines  ungebildeten  Elsässers  mit
einem  hochgebildeten  Preußen.

Pr.:  Ihr  Standpunkt  ist  viel  zu  einseitig  und  wird
nicht  nur  von  Ihren  eigenen  Landsleuten,  sondern  auch
von  uns  Altdeutschen  durchweg  mißbilligt.  Wir  stehen
nun  einmal  auf  den  Schultern  unserer  Vorfahren.

E.:  Also  der  alten  Deutschen.

Pr.:  Nicht  bloß  der  alten  Deutschen.  In  der  Kultur
waren  unsere  Vorfahren  die  Griechen,  die  Römer  und
—  —  in  den  letzten  zweihundert  Jahren  —  —  die
Franzosen.

E.:  Nun  handelt  es  sich  heute  aber  gerade  darum,
die  Eierschalen  unserer  sog.  Kultur  abzuschütteln  und
selbständige  Kulturwesen  zu  werden,  die  ihre  eigenen

*)  Müßte  dann  auch  vor  dem  Englischen  kommen,  1.  weil
uns  näher  verwandt,  2.  weil  nicht  so  mit  Fremdwörtern  verunreinigt.
  S