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Ergebnis  unseres  Gesprächs  zusammenzufassen.  Es  ist
wohl  dies,  daß  Sie  mir  in  meinem  Schwarzsehen  für  die
elsässische  Zukunft  durchaus  recht  geben,  daß  Sie  aber  von
Ihrem  Bildungsstandpunkt  aus  keine  Rettung
wissen,  da  man  mit  dem  toten  Bildungsschwindel  unseres
höheren  Schulwesens  den  lebendigen  Bildungsschwindel
der  Elsässer  nicht  totschlagen  kann.  Man  mut  also  den
Kampf  gegen  den  spra  schen  Bildungsschwindel  in  jeder
Form  eröffnen.  Möglicherweise  machen  wir  dann  die
freudig  überraschende  Entdeckung,  daß  die  geistige  Rückwärtsentwicklung
  der  Elsässer  im  letzten  Jahrhundert  doch
nur  eine  Art  Atavismus  war,  wie  der  Darwinschüler
Häckel  derartige  Erscheinungen  des  Rückfalls  in  eine  frühere
Entwicklungsstufe  nennt.  Das  wäre  wenigstens  noch  ein
Rest  von  Hoffnung.  Aber  die  unerläßliche  Bedingung
dafür,  darin  werden  Sie  mir  Recht  geben,  ist  die,  daß
unser  elsässisches  Bildungswesen  niemals  unter  die  Botmäßigkeit
  unserer  Bildungsschwindler  kommt  durch  Erhebung
  unseres  Landes  zum  selbständigen  Bundesstaat;
sonst  ist  alles  verloren,  und  der  Atavisums,  den  unsere
Bildungsschwindler  bereits  als  das  Wesen  des  Elsässertums
betrachten  und  ausgeben,  wird  dann  wirklich  zur  bleibenden
Eigenschaft  unsers  engern  Volkstums.

VI.  Formale  Bildung.

Unter  den  Gründen,  die  auf  dem  unterelsässischen  Lehrertag
  Ostern  1906  und  auf  dem  Lehrerinnentag  1907  zugunsten
der  Erhebung  des  Französischen  aus  einem  Wahlfach  zu  einem
Pflichtfach  geltend  gemacht  wurden,  nahm  sich  das  Schlagwort
„formale  Bildung“  —  ich  möchte  dafür  lieber  deutscher  und
weniger  achtungsvoll  „förmliche  Bildung“  sagen  —  besonders
schön  aus  und  mußte  darum  auch  der  Regierung  besonders  einleuchten.
  Ich  setze  voraus,  daß  sie  den  anderen  Grund:  „Es
ist  wohl  schon  manchem  Lehrer  vorgekommen,  daß  er  ab  und
zu  in  die  Gesellschaft  französisch  sprechender  Personen  kommt:
muß  er  dann  den  Taubstummen  spielen,  so  wird  dadurch  sein
Ansehen  oder  mit  anderen  Worten  die  Wertschätzung  seiner
Bildung  nicht  gehoben“,  oder  weniger  vorsichtig  ausgedrückt
(Straßburger  Post  1906,  661):  „Wenn  man  bedenkt,  wie
gerade  hierzulande  die  Kenutnis  des  Französischen  als  Maßstab
  der  Bildung  betrachtet  wird  .“  in  seiner  ganzen  völkischen
Tragweite  durchblickt  haben  wird.  Bei  der  „förmlichen  Bildung“
liegt  die  Sache  weniger  auf  der  Hand,  da  das  ein  Wort  ist,
das  in  seiner  latemischen  Fassung  bei  allen  Verteidigern  des
Gymnasiums  im  ganzen  Reich  einen  guten,  ja  besten,  Klang  hat.