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Es  ist  nun  eigentümlich,  daß  gleichzeitig  mit  dieser
„formalen“  Begründung  eine  Methode  für  das  Seminar  vorgeschlagen
  wurde,  die  gerade  die  „formale"  Bildung,  Schärfung
des  Verstandes  durch  fortwährende  Nötigung  zum  Vergleich
der  fremden  Sprache  mit  den  abweichenden  Erscheinungen
der  eigenen  Sprache  ausschalten  will  zugunsten  geläufigen
Eprechens  der  fremden  Sprache.  Bei  der  alten  Methode
(nach  Plötz)  hatte  man  wenigstens  noch  den  Trost,  auf  diese
Weise  lernt  mans  trotz  aller  R#  doch  nicht!  nun  soll  aber
auch  dieser  letzte  Trost  schwinden.  Auch  der  letzte,  bisher  noch
nicht  verwelschte  Stand  des  Landes  soll  auf  die  geistige  Höhe
unserer  Bildungsschwindler  gehoben  werden,  während  es
vielmehr  dieses  Standes  höchste  Ehre  sein  sollte,  ein
unüberwindliches  Bollwerk  gegen  den  Bildungsschwindel
  zu  sein.  Denn  die  Bildungsfrage  ist  eine
pädagogische  Frage.  Der  angehende  Lehrer  müßte  so
erzogen  werden,  daß  er  nicht  am  Bildungsschwindel  hiaaufsehen
  würde  als  an  etwas  ihm  fehlenden,  geistig  über
ihm  stehenden,  sondern  voll  Mitleid  auf  ihn  herab  als  auf
eine  traurige  Verirrung  vieler  seiner  Volksgenossen,  die  man
als  unpädagogisch,  kraftzersplitternd,  als  unsozial,  als  schnöden
Verrat  am  angestammten  Elsässertum,  überhaupt  als  baren
Schwindel,  nur  verachten  kann.“)

Die  e  der  „sformalen  Bildung“  kann  ich  natürlich  hier
nicht  erschöpfend  erörtern.  Das  ist  Sache  der  „Blätter  für
deutsche  Erziehung“,  die  Artur  Schulz  in  Birkenwerder  herausgibt,
  mit  dem  ich  schon  seit  zehn  Jahren  in  Briefwechsel  stehe,
und  dem  es  gelungen  ist,  allen  Vorurteilen  zum  Trotz  die
Weimarer  Erziehungstage  ins  Leben  zu  rufen,  von  denen  ich
für  Nutz  und  Frommen  unseres  deutschen  Volkstums  durch
Verbreitung  tieferer  Einsicht  in  unser  Bildungswesen  noch  recht
viel  Gutes  erhoffe,  wenn  ich  auch  mit  manchen  Dingen  nicht
einverstanden  bin.  (Vgl.  auch  „Formale  Bild.“  in  ReinsEnzyll).

*)  Dies  nebenbei  auch  schon  darum,  damit  künftig  nicht  wieder
ein  Herausgeber  des  Journal  de  Colmar  in  Versuchung  komme,  die
an  den  ihm  bekannten  Pädagogen  gemachte  Beobachtung  „ces
gens-I,  au  lond,  nous  envient  plus  dwils  ne  nous  dédaignent“
lim  Grunde  beneiden  uns  diese  Leute  mehr  als  sie  uns  verachten)
in  einer  kindlichen  Weise,  die  wahrscheinlich  mit  der  geistigen  Mehrwertigkeit
  der  Sprachzwitter  äusamnenhängt,  auf  einen  der  größten

ädagogen  unserer  Zeit  zu  agen,  der  das  in  seinen  en
unverzeihliche  Berbrechen  begangen  hatie,  im  „Tag“  Über  deutsch-„die

  Elsässer"  —  so  beliebt  er  unsere  Welschlinge  zu  nennen
ar.