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Franzosentum  totschlägt,  daun  bleibt  für  das  spätere  Deutsche
keine  andere  Möglichkeit  als  Verpreußung.“  —  „Man  uunuß
sich  aber  doch  dem  großen  Ganzen  anschließen,  um  Einheitlichkeit
  zu  schaffen.“  —  „Auch  ich  bin  für  deutsche  Ausspracheinheit,
  aber  unter  der  Voraussetzumg,  daß  auch  das  Elsaß
zu  dieser  einheitlichen  Sprache  zuerst  sein  Scherflein  beigetragen
hat.  Weun  Sie  aber  z.  B.  „Flug“"  (oder  „Fluch“)  für  „Pflug“
sagen  und  „fahl“  für  „Pfahl“  und  „fand“  für  „Pfand“  und
„feil“  für  „Pfeil“  und  „Fund“  für  „Pfund“,  so  werden  Sie  mir
zugeben,  daß  Sie  mit  diesem  Stück  Preußentum  nicht  gerade
an  dem  Fortschritt  unserer  deutschen  Muttersprache  mitarbeiten,
um  so  mehr,  als  auch  in  Norddeutschlaud  ein  anständiger
Lehrer  seinen  Schülerm  solche  Nachlässigkeit  nicht  gestattet.
Fremdes  ist  herüberzunehmen  überall  da,  wo  das  Fremde
besser  ist  als  unser  Eigenes,  aber  nicht  da,  wo  es  schlechter  ist.
Wemn  jede  deutsche  Landschaft  ihr  Bestes  zu  unserer  Gesamtsprache
  beiträgt,  dann  wird  diese  gut,  aber  nur  dann.  Was
das  Beste  ist,  das  muß  ernstlich  geprüft  werden.“

So  ists  nicht  nur  mit  der  Aussprache,  sondern  auch  mit
vielen  anderen  Seiten  unserer  Sprache.  Für  zahlreiche  Fremdwörter,
  die  die  Altdeutschen  ins  Land  gebracht  haben,  gebraucht
der  Elsässer  aus  dem  Volk  gute  deutsche  Ausdrücke,  er  geht  z.  B.
nicht  durch  den  Korridor  in  die  erste  Etage,  sondern  durch  den
„Hausgang“  in  den  ersten  „Stock“,  er  tut  den  Brief  nicht  ins
Kuvert,  sondern  ins  „Briefsäcklein“  oder  in  die  „Briefscheide“,  er
setzt  nicht  einen  Zilinder,  sondern  einen  „hohen  Hut“,  im
Münstertal  einen  Trottehut  (Trott  =  hölzerne  Käseform)  auf,
und  wer  unbescheiden  ist,  der  renommiert  nicht,  sonderm  „macht
den  Großen“,  er  wandert  nicht  auf  der  Schossee,  sondern  auf  der
„Straße“  usw.  Das  letztere  Wort  ist  zwar  kein  urdeutsches  Wort,
sondern  ein  eingedeutschtes  Lehnwort  aus  dem  spätlateinischen
strata,  gerade  wie  Tisch,  Mauer,  Pfnnd,  Münze  usw.,  die
durch  ihre  deutsche  Form  so  gut  wie  deutsche  Wörter  sind.  Das
Elsässische  besitzt  solche  Eindeutschungen  oft  auch  da,  wo
die  Schriftsprache  durch  früheren  Bildungsschwindel  mit  dem
Lateinischen  das  Lehnwort  aufgegeben  und  wieder  durch  das
Fremdwort  ersetzt,  also  einen  Schritt  rückvärts  getan,  hat:
z.  B.  Keste  für  Kastanie,  Jänner  und  Augst  für  Januar  und
August.  Ich  gebrauche  daher  grundsätzlich  hier  nie  die  schriftdeutschen
  Ausdrücke.  Die  letzten  beiden  Wörter  erinnern  uns
an  die  elsässischen  Monatsnamen.  Jänner  und  Augst  sind  Eindeutschungen
  wie  März  und  Mai.  Im  Holländischen  heißt
Ootst  geradezu  Ernte  und  hat  eine  ganze  Reihe  von  Ableitungen
„entwickelt:  dogsten,  oogster,  oogsling,  Oogstmaand,  oogsttiid.
Das  Wort  hat  also  volles  deutsches  Bürgerrecht.  Daß  der