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in  hochdeutscher  Form  wenig  Eindruck  machen,  meist  Gedanken
  aus  dritter  und  vierter  Hand,  die  man  unzählige
mal  schon  irgendwo  gehört  oder  gelesen  hat;  aber  er  tut  den
Mund  in  einer  straßburgisch  sein  sollenden  Mundart  auf,
einem  für  den  Mundartforscher  widerwärtigen  Gemengsel,
und  Alles  lacht,  als  hätte  er  die  höchste  Weisheit  verkündet,
so  daß  er  mit  innerer  Befriedigung  und  mit  Stolz  auf
seine  große  Leistung  nach  Hause  gehen  kann.  So  veräußerlicht
  im  Elsaß  Alles  zur  leeren,  gedankenarmen  Form.

VIIII.  Was  die  Bildungsschwindler  uns  Ungebildeten  zu
bieten  wagen.

Da  ist  in  einem  Dorf  ein  Kindtausschmaus.  Die
glücklichen  Eltern  haben  auch  den  Pfarrer  und  den  Lehrer
als  Gäste  eingeladen.  Diese  beiden  Herren  sitzen  am
Ehrenplatz  am  Tische.  Sie  führen  miteinander  eine  lebhafte
  Unterhaltung,  die  allem  Anschein  nach  fröhlicher  Natur
sein  muß.  Denn  der  eine  lacht  und  der  andere  schmunzelt.
Die  Tischnachbarn  schweigen  neugierig  still  und  richten  ihre
Blicke  nach  der  oberen  Tischecke.  Aber  sie  verstehen  kein
Wort,  die  Unterhaltung  ist  französisch.  Sie  sind  aber
demütige  und  anständige  Leute  und  wersen  darum  die
beiden  ungezogenen  Kerle  nicht  vor  die  Türe.  Sie  sind  diesen
Anstand  ja  von  jeher  gewohnt  und  wissen  es  halt  nicht
besser;  so  machen  es  ja  unsere  vornehmen  Leute  alle,  es
muß  also  wohl  so  richtig  sein.  Wenn  das  neugetaufte  Kind
mal  konfirmiert  ist,  muß  es  austen  Jahr  nach  Frankreich,
dmit  es,  wenn  es  einmal  die  Ehre  hat,  in  so  „gebildete“
Gesellschaft  zu  koninien,  auch  etwas  von  der  weisen  Unterhaltung
  versteht.  Das  ist  der  Gedanke,  den  das  Erlebnis
in  den  Elternherzen  wachruft.

Vor  einigen  Monaten  war  ich  mal  in  meiner  Heimat
zum  Besuch  meiner  Mutter.  Da  kommt  der  Agent  der
Straßburger  Feuewersicherung  „Rhein  und  Mosel“  herein
und  holt  seinen  Beitrag.  traue  meinen  Augen  kaum,
als  er  eine  welsche  Quittung  aus  seiner  Mappe  herauszieht,
die  meine  Mutter  nicht  lesen  kann,  wenigstens  nicht  mit
vollem  Verständnis.  Ich  stelle  ihn  dafür  zur  Rede.  Er
sagt,  er  könne  auch  kein  französisch,  er  bekomme  die
Quittungen  so  zugeschickt  und  trage  sie  bloß  aus  gegen  den
Betrag.  Als  ich  ihm  erwiderte,  er  müsse  doch  lesen
können,  was  er  aushändige,  verwies  er  mich  auf  die
Zahlen  in  Zifsern,  und  sagte,  das  sei  ja  deutsch,  das  könne
man  ja  lesen.  Er  hätte  aber  die  Stelle  nur.  unter  der  Bedingung
  angenommen,  daß  wenigstens  neue  Versicherungs-