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Eisässer  verabscheue,  und  darum  jede  Nachgiebigkeit  unserer
Regierung  gegen  ihre  Schulwünsche  als  Verrat  an  unserm
elsässischen  Volkstum  verurteilen  würde,  so  empfehle  ich
aus  denselben  sozialen  Gründen  ein  Entgegenkommen  gegen
die  von  Haus  aus  welsche  Bevöfkerung.  Das  Ziel  darf
hier  nicht  Entwelschung  sein,  sondern  Pflege  beider
Sprachen,  schon  darum  nicht,  weil  das  erste  Ziel  sich  nicht
erreichen  ließe.  Die  Ersahrungen  an  den  Polen  zeigen,
daß  gewaltsame  Germanisationsversuche  nur  das  Gegenteil
von  dem,  was  sie  wollen,  erreichen.  Man  muß  sich  also
damit  begnügen,  die  Kenntnis  der  deutschen  Sprache  neb  en
der  französischen  zu  verbreiten.  Da  die  Leute  polttisch  zu
uns  gehören  und  mit  uns  verkehren  miunssen,  können  sie
die  Verbreitung  der  Kenntnis  unserer  Sprache  durch  die
Schule  vernünftigerweise  nur  als  Wohltat  betrachten),  so
lange  ihre  eigene  dadurch  nicht  verdrängt  wird.  Wenn
ihre  Nachkommen  später  die  Last  zweier  Sprachen  empfinden
und  auf  die  ihrige  als  auf  die  eutbehrlichere  zu  verzichten
bereit  sein  sollten,  so  ist  das  ihre  Sache,  nicht  nusere.  Darum
ist  es  verkehrt,  im  französischen  Sprachgebiet  feensis
Inschriften  zu  verbieten,  so  berechtigt  mir  dieses  Verbot
auf  deutschem  Gebiete  erscheint.  Wenn  z.  B.  auf  dem
Friedhof  meines  Heimatsdorses,  wo  nie  eine  französische
Grabrede  gehalten  wurde,  auf  dem  Grab  von  Leuten,  die
nie  französisch  konnten,  Grabsteine  mit  welscher  hufcheft
stehn,  deren  Vorhandensein  der  Jugend,  die  die  Inschrift
nicht  lesen  kann,  die  Notwendigkeit  suggeriert,  französisch  zu
lernen?“),  so  ist  das  doch  wohl  für  jeden  vernünstigen  Menschen'
eine  Vorspiegelung  falscher  Tatsachen:  ebenso  wenn  auf
hiesigem  Kirchhof  ein  früherer  Pfarrer,  der  in  seinem  Leben  nie
französisch  amtiert  hat,  vielleicht  es  auch  nur  mit  Mühe
gekonnt  hätte,  in  den  neunziger  Jahren  durch  einen  welschen
Grabstein  verewigt  wurde,  den  hier  wenig  Leute  überhaupt
lesen  können.  Wenn  dagegen,  wie  mir  vor  einigen  Jahren
erzählt  wurde,  im  Grenzort  Avricourt  eine  französische
Grabinschrift  verboten  wurde  und  durch  eine  deutsche  ersebt
  werden  mußte,  die  die  nächsten  älteren  Anverwandten
nicht  lesen  konnten,  so  erscheint  mir  dies  als  eine  unsinnige
Härte  von  oben.  So  wülrde  ich  auch  vorziehen,  wenn  auf
den  Postanstalten  im  welschen  Sprachgebiet  die  täglichen
Welterberichte  der  welschen  Bevölkerung  zweisprachig  statt

*)  „Das  tun  sie  auch  tatsächlich“,  schreibt  mir  ein  aus  diesem
Gebiet  stammender  Beamter.

**nd  Ichkenne  Fälle,  in  denen  diese,  vielleicht  nicht  unbeabsichtigte.
suggestive  Wirkung  welscher  Inschriften  tatsächlich  eingetreten  ilt.