mit  dem  großen  Ganzen  verknüpft  würden.  Sie  würden
dann  für  Deutschland  in  derselben  Weise  gewonnen  werden,
wie  einst  die  deutschen  Elsässer  für  Frankreich.

Der  Deutsche,  der  dahin  kommt,  und  der  etwa  auf
deutsche  Fragen  deutsche  Auskunft  erhält,  muß  sich  dankbar
vergegenwärtigen,  welcher  geistigen  Anstrengung  und  Arbeit
er  dies  verdankt  und  ja  nichts  in  dieser  Beziehung  verlangen.“)
  Ich  habe,  als  ich  dort  war,  immer  deutsch  gesprochen,
  wo  die  Leute  gern  darauf  eingiengen,  dafür  aber
*  deutschen  Sprachfertigkeit,  auch  wenn  sie  gar  nicht
weit  her  war,  stets  rückhaltlose  Bewunderung  gezollt,  auch
einem  alten  Straßenwärter,  der  starke  Sprachschnitzer  machte,
aber  offenbar  Spaß  daran  hatte,  daß  er  sein  Licht  leuchten
lassen  konnte:  er  war  nicht  mehr  in  die  deutsche  Schule
gegangen.  Auffallend  war  mir  übrigens  der  Unterschied
in  den  deutschen  Sprachkenntnissen  der  beiden  Geschlechter,
der  jedensalls  mit  dem  Umstand  zusammenhängt,  daß  die
Mädchen  im  Reichsland  die  Schule  nur  bis  zum  dreizehnten
Jahr  besuchen.  Fortbildungsschulen  wären  hier  für  beide
Geschlechter  dringend  nötig.  Und  diese  Fortbildungsschule
muß,  schon  um  regen  Besuch  zu  erzielen,  auch  die  französische
  Sprache  stark  berücksichtigen.  Die  Behäörde  sollte
sich  lebhaft  dieser  Schulen  annehmen.

X.  Mehr  Verkehr  herüber  und  hinüber!

Auf  dem  Verbandstage  wurde  nach  meinem  Vortrag
die  Aufforderung  ausgesprochen,  das  Elsaß  mehr  als
bisher  als  Ausflugsort  und  Sommerfrische  aufzusuchen,
da  es  Naturschönheiten  in  Menge  enthalte,  von  denen
man  im  übrigen  Deutschland  wenig  wisse.  Ich  kann
diesen  Gedanken  nur  freudigst  begrüßen,  und  seiner  Verwirklichung
  vollsten  Erfolg  wün  en.  Nur  möchte  ich
bei  dieser  Gelegenheit  auf  eine  Gefahr  hinweisen,  die
unserer  deutschen  Sache  im  Elsaß  durch  altdeutsche,  meist
norddeutsche,  Besucher  droht.  Mit  Recht  sagte  mir  ein

*)  Der  erwähnte  Beamte  bemerkt  dazu:  „Der  Altdeutsche
muß  sich  da  besonders  vor  schneldigen  Bemerkungen  und  Ausfällen,
vor  überspannten  Forderungen  und  beleidigender  Uberhebung  im

einem  Menschenalter  in  diesem  Stück  besonders  viel  an  Polen,
ascheshen  und  Magyaren  gesündigt  worden  ist.  Nun  erleben  wir
ihre  Quittung  für  unsern  damaligen  Unverstand.