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einen  deutschen  Vornamen,  und  mit  den  Kindern  wird
seither  nur  hochdeutsch  geredet;  und  auch  die  Verwandten
zu  Hause  bemühen  sich,  wenn  die  Kinder  auf  Besuch
kommen,  es  gleichfalls  zu  tun.  Ich  glaube,  dieser  eine
Fall  ist  lehrreicher  als  eine  ganze  lange  Abhandlung
über  das  Elsaß.  Um  so  unbegreiflicher  ist  es  daher,
wenn  unsere  Regierung  den  Elsässern,  die  in  Altdeutschland
  ihr  Glück  versuchen  wollen,  noch  Hindernisse  in  den
Weg  legt.  Zwei  Tage  nach  meinem  Wiesbadener  Vortrag
hörte  ich  dort  von  einem  solchen  Fall.  Ein  junger
elsässischer  Lehrer  hatte  sich  in  den  Rheingau  gemeldet.
Dafür  verlangte  seine  Schulbehörde  Zurückhahlm  sämtlicher
  Stipendien  (über  1  Mk.)!  Statt  daß  sich  unser
grüner  Tisch  über  solche  Gele  enheiten  dwischen  dem  Elsaß
und  dem  übrigen  Deutschland  Verbindungen  herzustellen,
freut  und  derartige  Fälle  mit  allen  Mitteln  begünstigt,  wird
von  dieser  Seite  in  bürokratischer  Kurzsichtigkeit  gebremst!
Wenn  die  elhsässischen  Politiker  fort  und  fort  mit  dem
Ruf  kommen  „Elsaß  den  Elsässern“,  muß  ihnen  mit  dem
Gegenruf  geantwortet  werden  können  „Deutschland  den
Elsässern"“.  Darum,  wer  imser  Land  für  den  innern
rückhaltslosen  Anschluß  an  das  große  Vaterland  gewinnen
will,  der  helfe  mit,  daß  dieser  Grundsatz  immer  mehr
Anwendumg  finde,  und  der  audere  wird  bald  den  kürzeren
gezogen  haben.  Wäre  das  deutsche  Reich  in  dem  Maße
ein  einheitliches  Land  wie  Frankreich,  so  könnte  von  einer
Verwelschungsgefahr  keine  Rede  sein.  Es  braucht  darum,
um  die  Gefahr  zu  beschwören,  nur  Ernst  gemacht  zu
werden  mit  dem  Reichslandsgedanken,  so  daß  der
Elsässer  in  jedem  deutschen  Landesteil  den  Landeskindern
völlig  gleichgestellt  ist,  wie  er  auch  in  Frankreich  den
Franzosen  jedes  Landesteiles  tatsächlich  gleichgestellt  war,
und  auch  als  Beamter  im  ganzen  Land  seinen  Weg
machen  konnte.

XI.  Mein  Schowinismus.

Justizrat  Dr  Ruland  warnt  den  Elsässern  gegenüber  vor
zwei  Dingen,  vor  Bürokratie  und  Schowinismus.  Da  ich
uun  meinen  elsässischen  Standpunkt  von  meinen  Landsleuten
oft  als  Schowinismus  bezeichnen  hörte,  und  da  ich  wußte,
daß  es  unserem  Dichter  Fr.  Lienhard  gerade  so  geht,  so  bat
ich  Herrn  Ruland,  mir  zu  sagen,  was  Schowinismus  eigentlich
sei,  um  dann  feststellen  zu  können,  ob  mein  Deutschtum  Schowinismus
  sei  oder  nicht.  Er  erwiderte,  eine  genaue  Definition
lasse  sich  nicht  geben,  da  der  Begriff  wie  so  viele  ein  dehn-