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barer  sei.  Es  bleibt  mir  darum  nichts  auderes  übrig,  als  meinen
angeblichen  „Schowinismus“  hier  näher  darzulegen  und  das
Urteil  darüber  dem  Leser  zu  überlassen.

Im  Heumonat  dieses  Jahres  meldeten  die  Zeitungen,  die
angeblich  mild  „schowinistische“  „Straßburger  Post“  sehr  ausführlich,
  das  „Journal  d'Alsacc-Lorraine“  möglichst  kurz,  vom
Besuch  französischer  Ferienkolonisten  in  Koblenz,  Köln  und
Düsseldorf,  der  den  Zweck  hatte,  die  jungen  Franzosen  in  die
deutsche  Kultur  einzuführen,  sie  überhaupt  mit  dem  deutschen
Kulturleben  bekaunt  zu  machen.  Ein  Beaustragter  des  französischen
  Kultusministeriums  begleitete  sie.  Es  liegt  nun  die
Frage  nahe,  warum  gehen  die  jungen  Leute  nach  der  Rheinprovinz
  und  nicht  zu  uns?  Sie  hätten  doch  näher.  Die
Antwort  liegt  ebenso  nahe:  weil  sie  nicht  nach  einem
stümperischen  Abklatsch  ihrer  eigenen  Kultur,  sondern  eben
nach  deutscher  Kultur  Verlangen  hatten.  Verdienen  wir
uns  darum  erst  die  Ehre  dieses  Besuchs,  indem  wir  im  Elsaß
eine  deutsche  Kultur  schaffen,  die  der  rechtsrheinischen  nicht
nur  ebenbürtig,  sondern  womöglich  überlegen  ist,  damit  die
Franzosen,  die  ihre  Bildung  durch  Kenntnisnahme  von  der
deutschen  ergänzen  wollen,  zu  uns  kommen.  An  dem  Tag,
wo  das  geschieht,  werde  ich,  wenn  ichs  erlebe  —  mir  eine
blau-weiß-rote  Fahne  kaufen  und  sie  zum  Empfang  der
lieben  Gäste  aus  dem  befreundeten  Nachbarland  mit  meiner
schwarz-weiß-roten  zusammen  zum  Feuster  hinaushängen.
Das  ist  mein  Schowinismus.  Wer  meiner  elsässischen  Leser
will  ihn  mit  mir  teilen?

XII.  Andere  altelfässische  Kulturstimmen.

Als  ich  1896  im  „Jahrbuch  f.  Gesch.,  Spr.  u.  Lit.
E.-L.“  meinen  Aussatz  über  die  „Münstertäler  Grußformeln
einst  und  jetzt“  veröffentlichte  ohne  jede  Nebenabsicht,  nur
zur  wissenschaftlichen  JFeststellung  der  Tatsachen,  brachte
die  Kolmerer  „Volkspartei“  Ende  Jänner  1897  einen  geharnischten
  Artikel  gegen  mich,  der  unter  anderm  den  köstlichen
  Satz  enthielt:  „Würde  er  nicht  auf  einem  einsamen,
abgelegenen  Dorse  des  krummen  Elsaß  hausen,  wo  sich  die
Füchse  und  die  Hasen  gute  Nacht  sagen,  so  könnte  er  leicht
einsehen,  welch  traurige  Folgen  die  Nichtbeherrschung  beider
Sprachen  nach  sich  zieht.“  Als  Erwiderung  ließ  ich  mir
sämtliche  noch  vorhandenen  Nummern  kommen  und  verteilte
  sie  zum  Jux  als  Probenummern  an  meine  Freunde.
Nun  bin  ich  aber  doch  sroh,  nachstehend  einige  altelsässische
Stimmen  aus  Verkehrs-Mittelpunkten  bringen  zu  können.