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ginnt,  eine  erstaunliche  Anschmiegungssähigkeit  an  dieses
„Deutschtum“,  diese  deutsche  Oberslächenkultur,  zu  entwickeln,
  so  daß  ja  die  Germanisatoren  ihre  helle  Freude
daran  haben  müßten.  Aber  bei  dieser  Neulultur  handelt
es  sich  im  Grunde  noch  dazu  nur  um  eine  rechte  Mischmaschkultur,
  eine  allgemeine,  verwaschene,  charakterlose,
aller  Individualität  entbehrende,  wobei  die  Unarten,  die
Unsitten,  die  Fehler,  die  Schwächen  des  ei  aiewarderrten
Kulturelements  besonders  hewortreten.  Der  Elsässer  eignet
sich  die  weniger  angenehmen  Seiten  der  eingewanderten
Altdeutschen  an,  das  eigentlich  Tüchtige,  Kermhaste,  Echte,
Wesenhaste  bleibt  ihm  verschlossen.

Für  diese  Außenseiten  altdeutscher  Kultur:  das
Massive,  Robuste,  Subalterne,  Schneidigkeit,  Selbstgefühl,
dußeres  Formenwesen  und  dergleichen,  gibt  er  sein  Eigenes
hin,  stößt  er  vielsach  das  Beste  ab,  was  er  von  seinem
Heimatboden  eher  an  sich  trägt!  Während  so  der  Elsässer
dieser  deutschen  Oberflächenkultur  mehr  und  mehr  anheimfällt,
  drängt  dazu  das  altdeutsche  Volkselement  jetzt  schon
in  der  zweiten  Generation  überall  sieghaft  vor,  vermöge
der  starken  Aktivität,  Strebsamkeit,  Energie,  wie  sie  in  den
deutschen  breiten  Schichten  stecken,  wet  es  sich  in  dem
Lande  in  einem  Maße  geltend  zu  machen,  das  in  keinem
Verhältnis  steht  zu  der  Zahl.  Auf  diese  Weise  sind  wir
freilich  aus  dem  besten  Wege,  ein  Elsaß  von  deutschem
Aussehen  und  Gepräge  zu  erhalten.  Aber  um  welchen
Preis?  Charakteristisch  lläsiche  Art  schwindet  immer  mehr
dahin,  die  Instinlte  für  Behauptung  seines  Eigenwesens
werden  immer  schwächer,  das  spezisisch  elsässisch-deutsche
Volkstum  verschwindet  unter  dem  Firnis  allgemeiner
deutscher  Kultur.  Elsaß  wird  wirklich  Reichsland,  aber  —
das  Reich  hat  zugleich  eine  Kulturprovinz  eigener  Prägung,
eigener  Art  weniger!  Es  kann  kein  Zweifel  sein,  daß  wir
diesem  Ziel  zutreiben;  ja  die  „Germanisation"  macht  Fortschritte!
  Gibt  es  kein  Mittel,  sich  dieser  Germanisation
zu  erwehren,  um  des  Elsästertums  und  des  deutschen
Vollstums  willen,  das  auf  diese  Weise  wieder  um  eine
individuelle  Prägung  ärmer  zu  werden  droht?

Es  gibt  ein  Mittel,  wodurch  der  Elsässer  wieder
Herr  in  seinem  Hause  wird,  ein  Mittel,  durch  das  er  sich

wenigstens  auf  ihr  Verhalten  gegen  die  Bildungsschwindler  beschränkt!
  aber  die  unsoziale  Anschauung  ließ  ihnen  nicht  zu,  das
untere,  noch  unverwelschie  Volk  sozialer  zu  behandeln.  Elsässer,  die
auf  diesem  Standpunkt  stehen,  sind  allerdings  nicht  so  schäd  lich.  da
ihr  Verhalten  nicht  dem  Deutschtum  zur  Last  gelegt  wird.  Sp.