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d.  h.  in  die  deutsche  Sprache,  aus  rein  egoistischen
Stammesmotiven!  Egoismus  ist  aber  hier  einfach  eine
moralische  Pflicht,  denn  erste  moralische  Pflicht  ist  immer
die  gegen  sich  selbst,  d.  h.  hier  gegen  seinen  Stamm,
sein  Volk.  Von  denen,  die  bewußt  nur  französische  Kultur
im  Elsaß  pflegen  und  vertreten  wollen  und  das  Französische
  zu  ihrer  Muttersprache  gemacht  haben,  kann  hier
ganz  abgesehen  werden:  das  sind  keine  Elsässer  mehr,  das
sind  Fremde  in  der  Heimat,  sie  kommen  für  den
weiteren  Aufbau  elsässischer  Kultur  auch  nicht  mehr  in  Betracht.
  Ob  aber  die  echten  Elsässer,  die  aus  dem  unteren
deutschen  Volkstum  nach  oben  steigen,  im  Zusammenhang
bleiben  mit  ihrer  seelischen  Heimat  durch  die  Sprache,  vermittels
  der  deutschen  Sprache,  und  zwar  mehr  und  mehr
der  gebildeten  deutschen  Sprache,  die  in  der  Volksseele
liegenden  Kräste  und  Instinkte  normal  nach  oben  entwickeln,
  und  dadurch  starke,  widerstandskrästige,  selbstbewußte
elsässische  Eigenart  schaffsen:  das  ist  die  Schicksalsfrage
der  elsässischen  Kultur!  Es  gibt  in  der  Gegenwart
ja  gewiß  viele  Anzeichen,  die  uns  hoffen  lassen;  die  Einsicht
  für  das,  was  uns  in  betreff  der  Sprache  nottut,  ist
doch  unter  gebildeten  Elsässern  im  Wachsen  begriffen;  und
dann  ein  Volksstamm,  der  wieder  anfängt,  seinen  Dialekt
zu  lieben,  ein  elsässisches  Theater  geschassen,  der  ist  doch
wieder  aus  dem  besten  Wege,  von  allem  Fremdem  wieder
zu  sich  selbst  zurückzukehren.

Und  darauf  tommt  es  allein  an,  daß  wir  im  Elsaß
wieder  zu  uns  selbst  kommen;  wir  brauchen  nicht  germanisiert
  zu  werden,  wir  wollen  uns  schon  selbst
germanisieren?),  wir  können  das  besser  als  selbst  deutsche
Schule,  deutsches  Militär,  deutsche  Beamte,  Gendarmen
und  Vogesenklub!  Es  braucht  nur  eines,  daß  wir  uns  mit
Leib  und  Seele  der  deutschen  Sprache  verschreiben,  alles
andere  macht  sich  daun  von  selbst,  von  selbst  strömt  uns
das  Beste,  was  im  deutschen  Geistesleben  aufgespeichert  ist,
zu;  von  selbst  wachsen  wir  in  den  großen  deutschen  Vaterlandsgedanken
  hinein,  aber  was  dem  elässischen  Wesen
sremd  ist,  stoßen  wir  dann  auch  ab  und  behalten  die  Kraft,
zu  bleiben,  was  wir  sind.

Str.  Post  951  (vom  31.  Augst  1907).

*)  Das  Wort  „Germanisieren  sollten  wir  Deutschelsässer

grundsätzlich  nur  im  verächtlichen  Sinn  anwenden,  um  das  Gebahren

ewisser  Altdeutscher  zu  bezeichnen.  Wir  wollen  nicht  germanisieren,
ondern  entwelschen!  Sp.