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enthalt  in  Frankreich  oder  der  welschen  Schweiz,  oder  sonst
durch  zähe  Behanlichkeit  in  zungenbrechenden  französischen
Ubungen  mit  größerem  oder  geringerem  Erfolge  auszufüllen
sich  mühen.  Will  man  doch  mit  den  zu  erwartenden  Kindern,
nachdem  man  in  die  höhere  Schicht  aufgestiegen  ist,  nicht  mehr
das  gemeine  Elsässisch  reden,  das  man  selber  im  Elternhause
gesprochen  hat.  An  vochdeutsh  als  Umgangssprache  ist  natürlich
  nicht  zu  denken.  „Ein  Elsässer,  ein  wirklicher  Elsässer,  der
in  seinem  Hause  hochdeutsch  redet?  Das  hieße  ja  geradezu,
seinen  Landsleuten  Argernis  geben.  Man  kann  ja  doch  im
Innern  gut  deutsch  gesinnt  sein,  ohne  dies  äußerlich  durch  die
Sprache  kundzugeben.  Zudem  werden  die  Kinder  in  der  Schule
schon  von  selber  deutsch  lernen.  Die  Beherrschung  des  Französischen,
  die  in  unserem  Grenzlande  unerläßlich  ist,  erfordert
dagegen  eine  häusliche  Ubung,  die  nicht  früh  genug  beginnen
ann.“

Wer  mitkelsässischen  Kommilitonen  die  Universitätsjahre
verlebt  und  ihre  weitere  Entwicklung  im  Auge  behalten  hat,
der  weiß,  daß  dieses  unselige,  von  zarten  weiblichen  Händen
mit  Eifersucht  gehegte  Vorurteil  jährlich  eine  beträchtliche  Zahl
von  deutsch  LKebileten  jungen  Elsässern  dem  Deutschtum  und
damit  dem  Wurzelboden  ihrer  Bildung  teilweise  entfremdet.
Und  zwar  seltsamerweise  gerade  in  den  Jahren,  wo  sonst  der
Schwabenverstand  sich  langsam  anzumelden  pflegt.  Die
Wirkung  dieses  Vorurteils  nach  unten  hin  ist  nachgerade  bedrohlich
  geworden.  Bis  in  das  entlegenste  Dorf  hinein  trägt
der  Pfarrer,  zuweilen  auch  der  Lehrer,  sein  geliebtes  Französisch
und  damit  die  Versuchung  für  alles,  was  in  ihrer  Gemeinde
höher  hinaus  will,  dem  Aberglauben  zu  verfallen,  mit,  der  Aneignung
  von  ein  paar  welschen  Brocken  sei  das  Ziel  der  Vornehmheit
  erreicht.  So  vervollständigen  diese  Träger  wirklicher
Bildung  auf  dem  Lande  das  Werk  der  nur  äußerlich  geschliffenen
Bildu  ingebildeten  in  den  Städten,  ohne  daß  sie  es  zu
ahnen  scheinen,  wie  unverantwortlich  sie  handeln  gegenüber
der  kulturellen  Zukunft  ihres  Heimatlandes,  für  die  sie  der
Geschichte  Rechenschaft  schuldig  sind.

Dieser  Mangel  an  Rückgrat,  den  die  aus  deutschen  Schulen
heworgegangenen  und  größtenteils  auch  sicherlich  durchaus
deutsch  empfindenden  gebildeten  jungen  Elsässer  an  den  Tag
legen,  muß  ferner  Stehenden  befremdlich  vorkommen.  Es  ist
voch  sonst  in  aller  Welt  nicht  der  Brauch,  daß  die  höhere  Einsicht
  sich  vor  der  geringeren  Einsicht  beugt,  oder  daß  die
Weitblickenden  sich  durch  die  Kurzsichtigen  Scheuklappen  vorbinden
  lassen.  Warum  scheint  dieser  Stolz  der  Wissenden  allein
im  Elsaß  angesichts  der  Dreistigkeit  der  Unwissenden  einzu-□½

