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gefälschte,  unechte,  entnaturte  Vaterland,  in  dem  weder
eigenes  Gewächs  ist  das  Buch,  das  man  liest,  noch  das
Gesetz,  dem  man  gehorcht,  noch  die  Regierung,  die  es  hand
habt,  nach  die  Gesühlsempsindung,  die  es  eingil  t,  nech
die  Krast,  die  es  in  Bewegung  setzt,  noch  die  Bewegungsursache,
  die  es  lenkt,  noch  die  Mode,  der  es  solgt,  noch  das
Kleid,  das  man  antut,  nech  der  Steff,  der  einen  nährt,
noch  das  Gewissen,  noch  die  Luft,  die  man  atmet.“  Das
also  ist  wohl  die  „Majestät“,  die  dem  Herausgeber  auch  für
unsert  llebes  Elsaß  vorschwebt!  Der  Bildungsschwindel,  der
von  der  Einfuhr  fremder  Geisteserzeugnisse  lebt,  lönnte  es
wirkich  so  weit  bringen!  Aber  wir  hätten  dann  eine  Sprache,
in  der  wir  diesen  beneidenswerten  Zustand  mit  „Klarheit,
Harmonie  und  Masestät"  zum  keredten  Ausrruck  bringen
können!.
1.  Ein  Wort  zur  elsässischen  Sprachenfrage.
(Gedanken  eines  dritten  Alielsässers.)

In  Nr.  951  und  1174  der  „Straßburger  Post“  ist  die
Sprachenfsrage  im  Elsaß  zur  Dislussion  gestellt  und  beide
Mal  im  Sinne  einer  Belämpsung  der  französischen  Sprache
beantwortet  worden.  Es  sei  gestattet,  einen  weniger  ein
seitigen  !)  Standpunkt  zu  verfechten  als  die  beiden  anderen
Altelsässer.  Wohl  weiß  ich,  daß  nur  Einseitigleit  groß  machen
soll,  aber  mit  Prinzipienreiterei  ist  auch  nicht  alles  getamn.

Zunächst  ist  zu  betonen:  Kulturprobleme  sind  selten
auf  eine  einfache  Formel  zu  bringen.  Kultur  läßt  sich  nicht
einpaulen,  sie  muß  aus  den  Verhältnissen  herauswachsen.
Deutsche  Kultur  verlangen  die  beiden  Vorreduer:  nun
es  ist  ein  Gesetz,  das  sich  seit  sehr  langer  Zeit  in  der  Ge
schichte  beobachten  läßt,  daß  überall  in  Grenzgebieten,  in
Ülbergangszeiten,  in  eroberten  Ländern  die  höhere

1)  Das  beste  wird  sein,  der  Sache  möglichst  allseitig  auf
den  Grund  zu  gehen,  aber  eben  auf  den  Grund:  psychologisch.
pathologisch,  anthropologisch,  ethnologisch,  filologisch,  soziologisch.
ynaikologisch,  pädagogisch  usw.  Nur  keine  Prinzipienriterei.
ondern  kaltblütig,  anatomisch,  auch  vor  Schnitten,  die  weh  tun
könnten,  nicht  zurülkschreckend,  ohne  jegliches  Ansehen  der  Person.
cheint  mir  nicht  unzweifelhaft  bewiesen  zu  sein.
Sagen  wir  darum  lieber  „die  als  höher  geltende  Kultur.“

glaube  nicht,  iedenfalls  solange  in  Deutschland  das
4  sich  größerer  Pflege  erfreut  als  das  Deutsche  in
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