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Also  sollte  es  doch  leicht  sein,  unser  Land  zu  deutscher
Kultur  zu  bekehren.

Wenn  ich  recht  sehe,  Enr  liegt  der  Fehler  nicht  an  unz,
sondern  an  der  deutschen  Kultur.  Sie  muß  doch  etwas
an  sich  haben,  das  ihren  Siegeslauf  hemmt.  Ich  stehe
nicht  an,  zu  erllären,  daß  ein  gut  Teil  der  Schuld  auf  die
Kulturträger  fällt.  Der  Elsässer  lernt  das  Deutschtum
wesentlich  in  zwei  Formen  kennen.  Im  Lande  selbst  ist  es
a  ausschließlich  durch  die  Beamten  repräsentiert.  Viele

davon  sind  manchen  Leuten  von  vornherein  unsympathisch:
Steuerbeamte,  Schutzlente,  Gendarmen  usw.  Kommt  der
Elsässer  außer  Landes,  d.  h.  wird  er  zum  Militär  eingezogen,
  so  tritt  ihm  das  Deutschtum  am  nächsten  in  der
Gestalt  seines  Unteroffiziers,  —  auch  nicht  für  jedermam
eine  IJdealgestalt.

Diese  Aulturträger,  die  den  Anspruch  erheben,  das
eigentliche  Deutschtum  zu  vertreten,  erschweren  nach  meiner
Ansicht  den  wahren  Trägern  der  Kultur,  unter  denen  die
Schule  in  allererster  Reihe  steht,  die  Erziehung  des
elsässischen  Volkes  zu  deutschem  Wesen  ganz  außerordentlich.
Das  ist  eine  Konstatierung,  kein  Vorwurs.

Sodann  aber  liegt  ein  großes  Hemmnis  in  der  Art
der  deutschen  Kultur  unserer  Zeit.  Sie  ist  seit  dem
Jahre  1871  wesentlich  materialistisch,  sie  legt  auf  Macht
und  Reichtum  den  größten  Wert.“)  Davon  aber  haben
wir  Elsässer  nur  die  unangenehme  Kehrseite  empfunden.
Die  Macht  haben  wir  kennen  gelernt,  indem  uns  seit
5  Jahren  eine  herrschende  Schicht  der  „Sieger“  ins  Land
eingezogen  ist:  der  Wohlstand  des  Landes  ist  besonders  in
der  ersten  Zeit  durch  die  Auswanderung  vieler  wohlhabender
  Familien  und  durch  den  Ruin  mancher  In
dustriellen  gesunken.  Und  was  man  gem  als  das  Wesen
der  deutschen  Kultur  bezeichnen  möchte:  der  deutsche
Idealismus,  wie  er  sich  etwa  in  den  Klassikern  der
deutschen  Literatur  zeigt,  spielt  wohl  auch  in  Altdeutschland
zur  Zeit  nicht  die  Rolle,  die  man  ihm  im  Elsaß  verschaffen
möchte.  Kommt  nach  dieser  Zeit  des  Materialismus  wieder

9  Stord  behauptet  dies  gerade  vom  Elsaß.  Er  redet  von

einer  elsässischen  Plutokratie,  von  einem  „einseitigen  Geld.  brotzen  ntum-.

An  Stelle  einer  geburtsstãndigen  haben  wir  Ausschkee  ich  en
Geldaristokratie.  „Unser  Volk  urteilt  nur  nach  dem  rn.
für  jeglichen  äußeren  Glanz  besonders  enpfänglich  und  r!-sinuc
  einer  Wertschätzung  des  Geldes,  und  des  Geldes,
sonst  kaum  wiedergefunden  werden  dürrste.  Der'  27  fragt  d
—  14  **  sondern  nur  „Was  hat  er?"  Und  das  geht  durch
alle