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eine  Periode,  in  der  der  deutsche  Geist  die  Schwingen
mächtiger  regen  wird,  so  werden  wir  gewiß  auch  im  Elsaß
das  Rauschen  vernehmen  und  aufhorchen.  Vorläufig  erscheint
  es  nicht  der  Mühe  wert.

Der  Gebruuch  der  französischen  Sprache  in  dem  Umfange,
  wie  wir  ihn  jetzt  im  Elsaß  sehen,  ist  nicht  tragisch
zu  nehmen.5)  Gewiß  wird  es  noch  auf  lange  Zeit  hinaus
eine  Anzahl  von  Familien  geben,  die  aus  bewußt  anti
deutschem  Geiste  heraus  am  Französischen  festhalten.
Die  läßt  man  am  besten  in  Ruhe,  denn  mit  Schikanen  ist
in  solchen  Fragen  nichts  zu  erreichen.“)  Auch  diejenigen
Kreise,  die  aus  geschäftlichen  Interessen  eine  gewisse
Beherrschung  der  französischen  Sprache  für  nötig  halten,
werden  sich  nie  aus  idcalen  Beweggründen  eines  Mittels
entäußern,  das  ihnen  und  ihren  Kindern  das  Fortkommen
erleichtert.  Das  wäre  in  jedem  anderen  deutschen  Staat
ebenso  wie  im  Elsaß.  Von  einem  Kulturproblem  ist  hier
gar  keine  Rede,  denn  daß  mit  der  meist  nur  im  Rahmen
des  Geschäftsideenkreises  angeeigneten  fremden  Sprache
auch  französische  Kultur  in  den  Elsässer  einziehen  sollte,  ist
lächerlich..)  Noch  harmloser  ist  das  Französischreden
mancher  Eltern  mit  ihren  Kindern,  um  etwas  Apartes  zu
haben  —  der  „Bildungsschwindel“.s)  In  den  meisten
Fällen  hört  das  auf,  sobald  die  Kinder  in  die  Schule
kommen,  erstens,  weil  die  Eltern  sehen,')  daß  sie  ihren
Kmdern  keinen  guten  Dienst  leisten  und  zweitens,  weil  —
die  meisten  Eitern  nicht  imstande  sind,  über  dos  Niwo
eines  fünf=  bis  sechsjährigen  Kindes  hinaus  franzölische
Unterhaltung  zu  führen,  ohne  sich  geistig  anzustrengen.  v½
Und  wer  wull  sich  denn  im  Familienleben,  im  Verkehr  mit

5)  Grund  genug  zum  „Tragischnehmen“,  wenn  er  unse  rui
Volk  jeden  höheren  geistigen  Flug  unmöglich  macht,  und  fort  und
fort  nur  zunimmt.

Wer  empfiehlt  Schikanen?  Wäre  ein  Aufhören  des  staatlichen
  Druckes  zugunften  des  Französischen  in  den  höhern  Schulen
eine  Schikane?  äre  das  nicht  gerade  im  Gegenteil  eine  Vermehrung
  der  Freiheit?

)  Französische  „Kultur“  gieht  allerdinge  damit  nicht  ein,  aber
deutsche  Kultur  wird  dadurch  verhindert.  Denn  für  wirkliche,
wertvolle,  französische  Kultur  hängt  uns  Elsässern  der  Brotkorb  zu
hoch,  aber  im  verzweifelten  Langen  nach  ihm  verscherzen  wir  den
andern,  der  für  uns  in  erreichbarer  Höhe  hängt.

*)  Dieser,  gewiß  „harmlos“  aussehende  Bildungsschwindel
ersten  Gliedes  ist  aber  die  notwendige  Durchgangsstuse  des  gefährlicheren
  Bildungsschwindels  zweiten  und  dritten  Gliedes.

5)  Ich  frage  mich,  wie  viele  dieser  Eltern  mit  ihrem  durch
den  Blldungsschwindel  Getrübten  Verstand  dies  auch  wirklich  einseben.

Die  nächste  Geschlechtsfolge  ist  aber  esser“  imstande-