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Vollskultur  Schaden  nimmt.  Wir  wollen  es  dem  Elsässer
selber  zum  Bewußtsein  bringen,  daß  es  seine  Pflicht  gegen
sich  selbst  ist,  deutsch  zu  reden.“  Daran  ist  etwas  richtiges,
doch  muß  berüksichtigt  werden,  daß  die  Kenntnis  der
deutschen  Sprache  und  ihr  ausschließlicher  Gebrauch  noch
keime  Gewähr  für  eine  deutsche  Bildung  bieten,  und  doß
anderseits  die  Kenntnis  einer  zweiten  Sprache  die  Möglich
keit  gibt,  eine  zweite  Literatur  kennen  zu  lernen,  was
in  jedem  Falle  eine  Erweiterung  des  geistigen
Horizontes  bedeutet.  Mit  dem  Hinweis  auf  französische
Schundromane  und  Schwurlstpoeten  ist  da  nichts  bewiesen.
Es  gibt  auch  im  Deutschen  schlechte  Bücher  und  schlechte
Verse.  Jedenfalls  ist  es  eine  harte  Zumutung  an  den
Einzelnen,  die  tatsächlichen  Vorteile,  die  ihm  aus  der
Zweisprachigkeit  erwachsen,  für  ideale  Gesichtspunkte  herzugeben.
  Wenn  gmdezu  verlangt  wird,  man  solle  einer
ganzen  Generation  im  Elsaß  die  franzöfische  Sprache  vorenthalen,
  15)  so  richten  sich  solche  Fantastereien  selbst.

Man  lasse  uns  Elsässer  unser  Deutschtum
selbständig  entwickeln!:s)  Ein  Rückblick  auf  die  Bedeutung
  unseres  Landes  und  seiner  Söhne  jür  die  deutsche
Geistes=  und  Kulturgeschichte  gibt  uns  ein  Recht  zu  dieser
Forderung.  Gute  Ansätze  sind  auch  heute  genug  vorhanden,
  wenn  sie  auch  von  den  deutschen  Brüdern  wenig
gewürdigt  werden.

Unser  „Elsässisches  Theater“  ist  deutsch  seiner
ganzen  Art  nach,  noch  mehr  aber  ist  es  die  Rüchtung,  die
im  „Alsabund“  einen  Kristallisationspunlt  hat.  Und  ob

anz  Altdeutschland  zur  Zeit  einen  deutscheren  Dichter  be
ibt,  als  unseren  Prisprich  Lienhard,  das  haben  wir
ein  Recht  zu  fragen?).  Wo  ist  die  gepriesene  deutsche  Kultur,

4/  Zum  Kennenlernen  einer  zweiten  Literatur  ist  durchaunicht
  nötig,  daß  man  die  betreffende  zweite  Sprache  als  Haussprache
verwerte.  Auch  ich  habe  französische,  englische,  italienische,
holländische,  dänische  und  se  wedische  Sücher  in  der  Ursprache  gelesen,
  von  den  alten  „klassischen“  Sprachen.  die  einem  die  Schule
beibringt,  noch  zu  schweigen;  es  wäre  mir  aber  darum  nie  eingesallen,
  eine  dieser  Sprachen  mit  meinen  Kindern  zu  reden,  auch
wenn  ich  sie  nicht  nur  passiv,  sondern  auch  aktiv  beherrschen  würde.
Ual.  auch  das  Urteil  des  Filososen  Lazarus  S.  66  f.

#)  Wer  verlangt  das?  Heißt,  eine  Sprache  zum  Wahlfach
machen,  n6  vorenthalten?

#)  Geschieht  hier!

„  Meriih,  daß  bieser  Manu  aber  gerade  Überall  mehr
als  im  Elsaß  gewürdigt  wird.  Seine  „Was  eusahhene  :„3.  B.  trugen
ihm  aus  aller  Herren  Ländern  anerkennen  p  schriften  ein,  auch
3  *  sogar  aus  Japan:  nur  aus  dem  Elsaß  blieben  sie

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