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Ein  Machtwort,  von  den  Sachlundigen  hellen  Weitblicks
  unterstützt,  würde  auf  einmal  der  Seuche  für  immer
gesteuert  haben;  der  Ruck  wäre  alleufalls  ein  derber,  aber
auch  ein  kurzer  und,  die  Haud  aufs  Herz,  könnte  ein  einziger
nüchterner  Deutscher  sich  davon  verletzt  fühlen?

Sollten  aber  uun  die  anderen  Sprachen  feindlich  behandelt
  und  ihnen  gewehrt  sein?  Ganz  das  Gegenteil:
ihrer  mächteg  zu  werden  mag  man  nach  bestem  Vermögen
trachten,  jedoch  ihre  Ubertragung  und  Vermischung  mit
der  unsern  sei  unerbittlich  verpönt.  In  Deutschland  soll
die  deutsche  Sprache  herrschen  obenan,  die  anderen  aber
ihr  untergeordnet  sein.

Wer  irgend  im  Umgang,  Handel,  Gewerbe,  Kunst  oder
Wissenschaft  das  fremde  Wort  au  Stelle  des  deutschen  setzt
und  seine  Sprache,  zum  Beispiel,  mit  französischen  Flittern
und  Fetzen  beklebt,  um  Ansehen  oder  Gewinn  damit  zu
erlangen,  der  verkauft  klipp  und  llar  sein  Vaterland,  so  gut
wie  der  erste  beste  sonstige  Landesverräter.

Besser  als  Festung  und  Heere  ist  der  Sprache  heilige
Macht,  sie  ist  die  wahre  Grenze;  wer  sie  verdrängen
oder  nur  schwächen  hilft,  vergreist  sich  an  der  Väter  altem,
gutem  Recht,  wie  auch  Uhland  der  Deutsche  sagen  würde.

Gefährlicher  für  ein  Volk  als  die  wuchtigsten  bewaffneten
  Einfälle  ist  der  fremden  Sprachen  tücisches
Einkriechen;  als  Kundschafterinnen  schlimmster  Art,  harmlosen
  Anscheins,  durchziehen  sie  Gaue  und  Orter  und
untergraben  allerwärts  der  Volkheit  klaren  Begriff,  zu
schleichendem  Ubergang  langsam  aber  sicher  vorbereitend.

Wer  hat  aber,  leider,  an  heworragender  Stelle  am
meisten  dem  libel  Vorschub  geleistet,  wenn  nicht  vormalige
  Herrscher  über  Deutschlands  Teile  und  Herrscher  auf
dem  Gebiete  der  Sprache  und  Dichtung,  beiderseits  im
Taumel  einer  unheilvoll  berauschenden  Zeit?  Göthe  und
Schiller  durch  ihren  ungeheueren  Einfluß  auf  die  Vollsseele
ihrer  Lardesgenossen,  zur  Nachahmung  nur  zu  gewogen
und  befähigt,  haben  durch  ihre  Schöpfungen  undeutschen
Schimmers  den  Irrweg  beschönigt,  auf  dem  der  Urwuchs
der  deutschen  Sprache  zu  seinem  Untergang  hinabgleitet.

ch  gerade,  der  ich  nichts  bedeute  noch  gelte  und  im
vollen  Bewußtsein  bin,  zu  dergleichen  Beurtellungen  nicht
berufen  zu  sein,  aber  eben  deswegen  auch  desto  nüchterner
in  dieser  Angelegenheit  sehe,  sage  es  schlechterdings  heraus,
nicht  etwa  den  zur  Sache  Unmündigen,  sondern  jenen,  die
zu  den  Wohlunterrichteten  gehören.