J.

Vorlesungen  uͤber  die  Geschichte  der  Moͤnchs-Orden.


Einleitung.
Die  christliche  Religion  hat  unter  anderen  sonderbaren  Erscheinungen,
  die  sie  hervorbrachte,  einen  Consociationsgeist
rege  gemacht,  wie  man  ihn  sonst  bei  keiner  andern  Religion
bloß  als  Wirkung  der  Religion  antrifft.  Von  dem  ersten
Dutzend  Schwirmer  an,  das  sich  am  Nil  zusammen  that,
bis  auf  unser  Zeikalter  herab  —  was  für  eine  Polypen-Fruchtbarkeit,
  und  wie  würde  der  Polyp  noch  immer  neue  Arme
treiben,  wenn  nicht  die  Könige  gutfinden,  seine  abgeldsten
Stücke  zu  ködten!  Fast  alle  Monturen  sind  erschopft,  man
hat  sich  zuletzt  ohne  Montur  consociirt,  und  die  Zwecke  dieser
Consociationen  haben  eben  so  sehr  abgewechselt,  als  das  Aeussere
  derselben.  Der  Mensch  will  nie  allein  thun,
was  alle  seine  Leidenschaften  beschäftigt;  die
Gesellschaft,  die  er  um  sich  her  bildet,  nährt
seine  Leidenschaft  und  seine  Eltelkeit.  Freilich  war
nach  ein  paar  Jahrhunderken,  das,  was  in  der  christlichen
Religion  Consociationsgeist  nährte,  völlig  verloren;  aber  nach
Zeit  und  Ort  entstand  immer  ein  neuer  Ersatz;  das  nämliche
  Phänomen  wurde  immer  nach  Zeit  und  Ort  von  einer
andern  Ursache  hervorgebracht.  Bald  war  es  Nachahmung
Eyittler's  sämmtliche  Werke.  X.  Ve.  1