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eigene  Arbeitsamkeit.  Nichts  Großes  und  nichts
Kleines  konnte  nun  in  der  Stadt  vorgehen;  sie  wirkten  mit.
Sie  machen  allerhand  Aufzuͤge,  welche  eben  so  ihre  Eitelkeit
nähren,  als  ibren  Einfluß  vermehren.  Die  Procession  einiger
hundert  Mönche,  die  alle  zusammen  Plalmen  sangen,  war
in  einer  Seadt  voll  Schwärmerei  und  Aberglauben  nichts
Gleichgültiges,  konnte  selbst  den  Kaiser  in  seinem  Palast  zittern
  machen,  lockte  zum  Mitlaufen  und  gewöhnte  den  Haufen
  zum  Paradiren.  Sobald  auf  diese  Art  die  Theiluchmung
wuchs,  entstand  auch  unter  den  Klöstern  ein  Jusammenhang
  durch  Correspondenz  und  durch  hin=  und  herziehende
  Mönche,  und  ihre  Ausbreitung  ging  auch  in  Provinzen,
  die  durch  Lebensart  und  politische  Verfassung  nicht  zum
Mönchsleben  führten.  Keine  Provinz  wollte  minder  heilig
seyn,  als  die  andere.  «

So  kam  der  orientalische  Moͤnch  selbst  auch
in  den  Occident.  Erst  nistete  er  in  Italien;  von  da
aus  kroch  er  nach  Gallien;  aus  Afrika  kam  er  nach
Spanien  hinüber;  in  Britannien  saßte  er  fast  mit  dem
Christenthum  selbst  seinen  ersten  Fuß,  und  es  wurde  hier  der
orientalische  Mönch  am  allerstärksten.  Man  hat  im  Beca
Venerabilis  eine  Stelle,  woraus  man  sieht,  daß  in  einem
einzigen  Kloster  in  Brirannien  2100  Mönche  waren.  Diese
hatten  den  Gottesdienst  unter  sich  vertheilt,  damit  er  ununterbrochen
  Tag  und  Nacht  fortgesetzt  werden  konnte,  und
zwar  in  sieben  Partien,  jede  Partie  300  Mann  stark.  Daraus
  kann  man  schließen,  wie  es  in  Iralien  und  Gallien
gestanden  habe,  was  die  Summe  aller  Mönche  in  Britannien
  gewesen  seyn  müsse.  Indeß,  so  gut  man  das  Entstehen
und  die  Fortdauer  herrnhutischer  Gemeinden  in  gut  geordneten
Staaten  zugeben  kann,  eben  so  gut  konnten  auch  solche
Moͤnchs-  und  Nonnenklösier  bestehen.  Sie  nährten  sich  selbst.