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Form  würde  das  Mönchs-Institut  immer  Hanz  erträglich
  geblieben  seyn,  die  Zeit  würde  nach  und  nach
abgeschliffen  haben,  was  noch  von  Spuren  des
Ursprungs  anklebte.  Es  gab  zwar  bestimmte  Regeln,
von  diesem  und  jenem  heiligen  Vater  verfaße;  aber  diese
waren  so  gelinde,  daß  sie  nur  Fasten  und  Beten  bestimnsen,
daß  man  oft  in  einem  Kloster  drei,  vier  verschiedene  Regeln
beobachtete.  Die  Kloster-Pönitenzen  waren  zwar  darin  bestimmt,
strenger  oder  gelinder,  nach  dem  verschiedenen  Geist  der  Regel;
  aber  wie  weit  das  beobachtet  werden  solle,  hing  fast
ganz  von  der  Willkür  des  Abts  ab.

„Nur  ein  paar  Thorbeiten  flngen  die  Klöfter  an,
die  sich  auch  außer  den  Klöstern  verbreikcten.  Der  Argwohn
konnte  ihnen  freilich  nicht  kommen,  daß  die  Nachwelt  eines
ganzen  Jahrtausends  dieselben  beobachten  werde.

4)  Selbst  auch,  wie  sich  im  Occident  diese  orientalische
Mönchsweise  verbreitete,  war  des  Betens  und  Singens
kein  Ende.  Sie  richteten  es  in  vielen  Klöstern  so  ein,  daß
man  sich  stundenweise  Tag  und  Nacht  ablöste.  Kein  Augenblick
  sollte  ohne  öffentliches  Gebet  im  Klosier  vergehen,  wie
wenn  sie  den  lieben  Gott  keinen  Augenblick  allein  lassen
wollten.  Wenn  man  so  viel  betet,  und  also  nothwendig
einerlei  betet,  so  ist  unvermeidlich,  daß  man  nichr  zuletzt  dem
lieben  Gott  vorsingt;  die  Melodie  gibt  sich  von  selbst.  Und
da  dem,  der  vorsang,  es  leichter  war,  als  wenn  er  vorzubeten
  hatte,  so  hielt  man  auch  das  Singen  für  besser.  Die
Mönche  waren,  ehe  ein  Jahrhundert  seit  dem  Ursprung  der
Mode  verflossen,  inbrünsiig  überzeugt,  daß  auch  der  liebe
Gott  das  Singen  lieber  hdre,  als  das  Beten.  So  geschah
es,  daß  die  Geistlichen  (Pfarrer  der  Kirchen),  die  gewiß  im
Anfang  nicht  gesungen  haben,  am  Ende  auch  nachsiugen
mußtenz  das  Volk  hätte  sonsi  geglaubr,  sie  liebten  Gott