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Dieß  sollten  auch  in  der  Kirche  die  Buͤßenden  nachthun,  und
man  vergaß,  daß  Koͤrper,  die  der  Selbstqualen  nicht  gewobnt
sind,  viel  tiefer  empfinden,  als  jene  Gerippe,  deren  Gefühle
schon  verstumpft  sind.  Man  haͤtte  es  nie  zugeben  sollen,  daß
ein  Abt  Bischof  wurde.  Wie  er  im  Kloster  seine  jungen
Scholaren  geißelte,  wenn  sie  die  Melodie  nicht  trafen,  so  betrug
  er  sich  auch  gegen  den  unter  ihm  stehenden  Clerus,  und
wenn  der  Clerus  einer  Kirche  mit  dem  Bischof  gleichsam  zusammen
  wohnen  sollte,  wenigstens  eine  Partie  junger  Geistlichen
  zu  ihrer  Bildung  in  seinem  Hause  wohnten,  so  sah  es
bier  wie  im  Kloster  aus.  So  blieb  im  Wesentlichen  die  Einrichtung
  des  Monchs-Instituts,  so  lange  die  einmal  im  Orient
angefangene  Weise  hielt;  aber  zu  Aufang  des  sechsten
Jahrhunderts  fingen  Italiener  eine  andere  Weise
an,  und  diese  erhielt  den  erstaunenswürdigsten  Beifall.

Occidentalische  Mönchsgeschichte.
Geschichte  des  Benediktiner-Ordens.

A.  Entstehung  und  Ordenêregel.

Der  Stifter  des  ersten  occidentalischen,  des  Bene,
diktiner-Ordens,  war  Benedikt  von  Nursia.  Er
wurde  im  letzten  Viertel  des  fünften  Jahrhunderts  geboren.
Von  der  Natur  schon  mit  ziemlicher  Dosis  von  Fanatismus
ausgesteuert,  aus  einer  sehr  angesehenen  Familie,  schon  als
Jüngling  zum  Studiren  in  Rom  bestimmt.  Aber  schon  da
(er  muß  damals  noch  sehr  jung  gewesen  seyn,  denn  er  hatte
noch  seine  Amme  bei  sich)  entlief  er.  Es  kann  ihn  Niemand
finden.  Er  sieckt  sich  drei  Jahre  in  eine  Höhle,  daß  Keinervon
  ihm  ctwas  weig.  *)  Der  Nabe  für  den  jungen  Elias,

*)  AM.ibillon,  -Acta  Sanctorum  Ord.  S.  BDenedicti.