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so  stand  ihm  dieß  frei.  Benedikt  zum  ersten  Mal  (hierin  macht
er  Epoche  in  der  Ordens-Geschichte)  nahm  zum  Grundsatze
  an:  Stabilitas,  oder:  wer  einmal  seiner  Regel
beigepflichtet  habe,  dürfe  sie  nicht  mehr  vertauschen.
  Da  gab  sich  nun  die  Ausbreitung  von  selbst,  denn
die  Regel  Benedikts  konmte  nie  einen  Zögling  verlieren,  weil
der,  der  sich  dazu  verpflichtere,  ewig  gefesselt  war.  Aber  alle
übrigen  Regeln  verloren  nach  und  nach  ihre  Anhänger.

"  2)  Die  außerordentliche  Empfehlung,  womit
der  römische  Bischof  Gregor  der  Große  das  Interesse
des  Ordens  zu  befördern  suchte.  Er  that  mehr  dafür,  als  Benedikt,
  besonders  in  entfernten  Gegenden.

3)  Benedikts  Regeln  waren  dem  Dccidentalen
  viel  angemessener  in  Rücksicht  auf  Diät
und  Arbeit.  Ohne  Fleisch  und  Wein  leben,  bloß  an  Wurzeln
  nagen,  ist  keine  Sache  für  uns.  Damit  mögen  sich  die
erschlafften,  hageren  Sprier  und  Aegyptier  abgeben.  Wir  sind
nicht  von  der  Natur  bestimmt,  gleichsam  auf  uns  selbst  zu
brüten,  uns  mystisch  in  uns  selbst  zu  versenken,  oder:  Hypochondrie
  ist  uns  eigentlich  nicht  angeboren.  Und  besonders
für  die  Zeiten,  ehe  Lurus  das  ganze  Menschengeschlecht  so  sehr
geschwächt  hatte,  war  die  Regel  die  beste,  die  den  Menschen
vorschrieb,  binauszugehen,  zu  pflügen,  die  Hand-Arbeit
  zur  Pflicht  des  Mannes  machte.  Ferner
war  Grund  hievon:

4)  Einige  Synoden,  die  zu  Karls  des  Großen
  und  Ludwigs  des  Milden  Zeiten  gehalten
wurden.  Auf  dicsen  wurde  durch  Reichsgesetze  in  der  ganzen
  fränkischen  Monarchie  die  Regel  Benedikts  eingeführt.

Doch,  man  sollte  sich  eigentlich  nicht  wundern  und  nicht
viele  Gründe  aufsuchen,  warum  dieser  Orden  so  allgemein
herrschend  geworden  ist.  Konute  wirklich  nach  der  damaligen  Lage