50

hat.  Der  Abt  aß  nicht  mit  den  übrigen  Brüdern  zusammen,
schlief  nicht  bei  ihnen,  sondern  hatte  sein  besonderes  Essen
und  Wohnung.  Der  Abt  ließ  sich  seine  Güter  von  den  uͤbrigen
  Guͤtern  des  Klosters  ganz  separiren.

In  den  Cluniacenser-Kloͤstern  kam  endlich  auch  zuerst
die  unglückliche  Gewohnheit  auf,  Laici  conversi  aufzunehmen.
  Nach  der  ältesten  Einrichtung  gingen  die  Mönche
auf's  Feld,  und  führten  den  Pflug  selbst.  Unter  den  Mönchen
  fanden  sich  Maurer  und  Zimmermeister.  Nun  aber  wurden
  die  Cluniacenser  zu  vornehm,  den  Bauer  zu  machen.
Man  fing  anfangs  an,  einige  heraus  zu  ziehen,  denen  man
nicht  zumuthen  konnte,  auf's  Feld  zu  gehen,  vielleicht  wegen
sehwächlicher  Gesundheit.  Diese  behandelten  die  übrigen  niedriger;
  allmählich  entzog  sich  alles,  was  Mönch  war,  der  Handarbeit.
  Das  Feld  mußte  aber  doch  gebaut  werden.  Da  nahm
mian  Laienbrüder  an,  solche,  die  in  dem  Kloster  und  in  den
Rlingmauern  des  Klosters  leben  mußten.  Man  trieb  die
Unerscheidung  weiter:  man  nahm  Laici  conversi  und
Liici  oblati  an.  Die  Laici  conversi  mußten  Alles,  was
von  Handarbeit  im  Kloster  zu  thun  war,  da  verrichtein,
  damit  die,  die  als  wahre  Moͤnche  den  Chor  besorgten,
darrin  nicht  gestört  würden.  Darauf  bekamen  sie  das  Vorrecht,
  den  Mönchshabit  zu  tragen.  Aber  auch  auswärts
war  Manches  zu  beforgen,  z.  B.  aus  der  benachbarten  Stadt
eine  Menge  Sachen  zu  holen.  Dazu  hatte  man  Laici  oblati
nöthig.  Dieß  hatte  die  Folgen:

4)  Es  ereignete  sich  im  Kloster,  daß  die  Laienbrüder
sich  zusammenthaten,  einen  Abt  für  sich  erwählten,  und  ihm
eine  Pension  festsetzten.  Die  Mönche  konnten  über  2  bis  300
Brüder  nicht  Herr  werden.

2)  Nun  erst  wurde  der  Moͤnch  ein  vornehmer  Herr,  fing
mystische  Theologie  im  Klosier  an.  Ein  Mensch,  der  den