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viel  mehr  Gewalt  hatte,  als  der  Meister  des  Johanniterritter=Ordens.
  —  In  vielen  Stücken  traf  die  Vorschrift  mit  der
Vorschrift  des  Johanniterritter-Ordens  zusammen.  Die  Tempelherren
  konnten  wahrscheinlich,  wie  jene,  auch  nicht  lesen;
man  schrieb  ihnen  daher  eine  gewisse  Anzahl  von  Paternosters
vor.  Sie  waren  z.  B.  verbunden,  wenn  einer  aus  dem
Orden  starb,  innerhalb  sieben  Tagen  hundert  Paternosters  zu
beten;  und  ihr  ganzes  Almosen  aus  Gelegenheit  des  Todes
eines  Ritters  war  bloß:  40  Tage  lang  gab  man  einem  Armen
die  Kost  eines  verstorbenen  Ritters.  Daß  ihnen  alle  Jagd
solle  verboren  gewesen  seyn,  ist  besonders  für  diese  Zeiten  eine
unbegreifliche.  Unschicklichkeit:  ein  militärischer  Ritter-Orden
und  die  Jagd  verboten!

Der  Orden  stieg  unendlich  schneller,  als  jeder  andere  Orden,
  in  kurzer  Zeit  zu  einem  fast  ganz  unbeschreiblichen  Reichthum,
  daß  auch  fast  Kluge  glauben  wollten:  er  sey  ein
Alchemisten-Orden.  Doch  lassen  sich  hisiorisch  manche  Wahrscheinlichkeiten
  angeben,  warum  er  schneller  steigen
mußte,  als  jeder  Mönchs=  und  auch  als  der  Johanniterritter-Orden.
  Die  wichtigsten  sind  diese:

4)  Nicht  wenig  trug  Bernhards  Autorität  zu
seinem  ersten  Gedeihen  bei.  Er  wuchs,  wie  eine
Nebenpflanze,  neben  dem  Cisterzienser-Orden,  von  eben  dem
großen  Manne  gepflegt.  Auch  fing  der  erste  Großmeister
des  Ordens  nicht  in  Palästina  an,  den  Fond  für  denselben
zu  sammeln,  sondern  reisre  persönlich  in  Europa  herum,  warb
also  an  Ort  und  Stelle.  Bei  dem  Johanniterritter-Orden
breitete  sich  allmählich  der  Ruf  des  Ordens  aus,  und  allmählich
  wurden  Priorate  errichtet.  Allein  der  Großmeister  des
Tempelherrn-Ordens  reiste  selbst  nach  Deutschland  und  England,
  und  bekam  schon  bei  seiner  ersien  Reise  die  größten
Schenkungen.