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2)  Das  vollkommene  Rittergepräge,  das  er
vor  dem  Johanniterrikter-Orden  hatte,  war  ihm  außerordentlich
  vortheilhaft.  Lauter  Ritter,  kein  Krankenwärter  und
Clerikus.  Eigentlich  das  zur  Ordenspflicht  gemacht,  was
Lieblingssache  des  Ritters  war.  So  wackre  Ritter  sollten  sie
sepn,  daß  es  ein  Jahrhundert  lang  echt  rômischer  Grundsatz
bei  dem  Orden  war,  einen  gefangenen  Tempelherrn  nicht  zu
lösen,  und  endlich,  wie  man  auch  anfing,  sie  zu  lösen,  etwas
Geringes  um  denselben  zu  geben:  einen  Gürtel  und  ein
Dolchmesser.

3)  Noch  mehr  kam  in  seiner  innern  Eiurichtung  hinzu,
was  allgemeine  Aufmerksamkeit#erregte,  dem  Orden  in  dem
Zeitalter,  worin  der  Rirtergeist  so  sehr  webte,  angenehm  seyn
mußte:  die  Art  der  Reception,  so  weit  wir  sie  aus  den
kleinen  Fragmenten  der  Geschichte  noch  jetzt  zusammen  errathen
  können,  das  Geheimnißvolle,  Erwartungerregende
  der  Reception.  Bei  Mitternacht,  in  feierlicher
  Stille,  daß  man  wohl  wußte:  ein  Tempelherr  werde
aufgenommen;  aber  Niemand  durfte  sich  nähern.  Selbst  verbotene
  Blicke  durch's  Schlüsselloch  so  selten,  daß  auch  bei  der
letzten  Inquisition  kaum  Spuren  von  irgend  etwas  zum
Vorschein  kamen.  In  feierlicher  Stille  bei  Mitternacht,  also
recht  der  Rittersitte  getreu;  nichk,  wie  nachher  Bösewichter  und
Schurken  sie  beschuldigt  haben,  bei  Nacht,  um  Greuel  zu
verüben.  So  war  es  gewöhnlich,  daß,  wer  auch  nur  zum
Ritter  geschlagen  wurde,  die  ganze  vorhergehende  Nacht  in
einer  Kirche,  wo  es  gemeiniglich  spukte,  wo  eine  Menge
Todte  begraben  waren,  ganz  allcin  die  Wache  halten  mußte.
Bei  Racht,  in  seierlicher  Stille,  im  Kreise  der  ehrwürdigen
Versammlung,  und  alle  Ritter  im  Capitel  gewaffnet;  wenigstens
  so  der  gewöhnliche  Fall.  Auch  hier  völlig  verschieden
vom  Johanniterritter-Orden,  wo  es  Gesetz  war:  in's  Capitel