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nichts  Sonderbareres,  als  daß  gerade  der  Koͤnig,  der  den
Pabst  am  meisten  mißbandelte,  den  Pabst  zu  seinem  gefaͤlligsten
  Sklaven  haben  sollte!  Doch  wirklich  recht  sonderbar,  daß
es  je  einen  Pabst  geben  sollte,  der  sein  Interesse  so  verkenne,
wie  es  Clemens  hier  verkannt  hat;  der  es  wagte,  einen  so
mächtigen  Orden  aufzuheben.  Aufhebung  kleinerer  Orden,  in
sofern  sie  Pereinigung  mit  andern  Orden  sind,  hatte  man
bis  auf  diese  Zeit,  aber  kein  Beispiel,  daß  es  ein  Pabst  gewagt
  hat,  einen  so  großen  mächtigen  Orden  aufzuheben.  Jakob
  Molay  kommt  zum  Pabst  mit  seinen  sechzig  Rittern.  Er
hatte  unterdeß  in  Cypern  den  Marschall  zurückgelassen,  die
Ordens-Kasse  und  wichtigsten  Papiere  mitgenommen.  Er
kommt  nach  Poitiers,  wird  freundschaftlich  empfangen,  weil
vielleicht  noch  der  Pabst  sich  mit  der  Hoffnung  tröstete,  den
Betrüger  Philipp  betrügen  zu  können,  und  gleich  wird  er  zu
den  beiden  Projekten  geführt,  um  derentwillen  ihn  der  Pabst
hatte  kommen  lassen,  wie  nämlich  Palästina  erobert  werden
könne,  und  ob  es  nicht  vortheilhaft  seyn  würde,  selbst  für  das
Projekt,  wenn  wenigstens  nur  die  beiden  Ritter-Orden,  der
Tempelherrn=  und  Johanniterritter-Orden,  mit  einander  vereinigt
  werden  könnten.  Unter  anderen  Vorstellungen,  die  ihnen
der  Pabst  liebreich  erdffnete  war  eine,  von  der  Wereinigung
aller  Ritter-Orden.  Ganz  unbefangen,  wie  ein  unschuldiger
Mann,  läßt  sich  Molay  in  eine  umständliche  Widerlegung  des
Pojekts  ein,  stellt  ihm  vor,  wie  dadurch  die  Absicht  so  gar
nicht  erreicht  werden  würde,  daß  vielmehr  neue  Hindernisse
daraus  entsprängen.  Man  hat  das  Gutachten  noch,  das
Molay  damals  dem  Pabst  stellte.  Hierin  bezieht  er  sich  darauf,
  es  würde  darüber  großer  Streit  entstehen,  wer  Marschall
des  neuen  Orbens  seyn  solle,  ob  der  alte  Marschall  des  Tempelherrn-Ordens
  oder  der  Marschall  der  Johanniterritter.  Er
stellt  auch  dem  Pabst  vor,  daß,  ungeachtet  die  Eifersucht  der