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meister  selbst  in  Paris,  und,  was  für  Phillpp  äußerst  wichtig
  war,  mit  der  Ordens-Kasse,  mit  ein  paar  der  vorzuͤglichsten
  Ritter.  Unterdeß,  wenn  es  nach  Recht  gegangen
waͤre,  Philipp  hätte  doch  nicht  das  Geringste  thun  können
  ohne  den  Pabst.  Sie  waren  geisiliche  Ritter,  mußten
also  durch  den  Pabst  untersucht  und  eingezogen  werden.
Vielleicht  in  der  Zuversicht  (Molay  erinnerte  sich  nicht,  wie
Philipp  mit  dem  Pabst  umzugehen  gewohnt  sey)  geht  er
nach  Paris.
Mötzlich,  ohne  vom  Pabst  vorher  dazu  berechtigt  zu  seyn,
schickt  Philipp  im  Königreiche  gewisse  Briefe  herum,  mir  der
Ordre,  sie  an  einem  Tage  (am  13.  Oktober  1507)  in  einer
gewissen  Stunde  zu  erdffnen,  und  in  der  Stunde  wurde  in
Paris  der  Anfang  gemachr;  alle  Ritter  wurden  arretirt,  allein
in  Paris  hundert  und  vierzig,  und  —  wie  wenn  der  König
recht  zeigen  wollte,  warum  es  ihm  hauptsächlich  zu  thun
sey  —  am  nämlichen  Tage  bezog  er  den  Tempelhof,  ließ  alle
Papiere,  Gäter,  Gold  und  Silber  hinwegnehmen.  Ist
denn  der  gerade  ein  Schuldiger,  der  zur  Untersuchung  eingezogen
  wird?  Und  weil  Philipp  in  der  Sache  nicht  nur  aus
Habsucht,  sondern  auch  aus  Nachgier  handelte,  oder,  weil  es
überhaupt  lasterhaften  Personen  selten  genug  ist,  allein  la-Nterhaft
  zu  seyn,  schrieb  er  zugleich  an  Eduard  von  England,
den  König  in  Spanien  und  nach  Deutschland.  Der  Inhalt
des  Briefes  ist  Enumeration  der  Verbrechen  der  Tempelherrn,
mit  Anfmunterung  an  den  Koͤnig,  sie  eben  so  zu  strafen,  wie
er  sie  strafen  werde.  Keiner  aber  mehr,  als  Eduard  in  England,
  kannte  den  Räuber  in  Paris.  Eduard  schrieb  sogar
noch  für  die  Ritter,  um  die  Wirkungen  des  Briefes  zu  vernichten,
  nach  Spanien.  Der  Pabst,  den  Philipp  so  sehr  beleidigt
  hatte,  muß,  getrieben  durch  Philipp,  an  Eduard  schreiben,
  und  wahrscheinlich  spielten  noch  andere  Maschinen.  Die