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tretung  gewisser  Kirchengesetze.  Die  Tempelherrn
sollen  nämlich  die  Gewohnheit  gehabt  haben,  sich  untereinander
  zu  absolviren.  Wie  teuflisch  verstellt!  Freilich  war  es
wahr,  daß  wenn  ein  Tempelherr  ein  Verbrechen  begangen  hatte,
ihn  der  Großmeister  absolvirte;  denn  er  hatte  Absolution  von
der  Ordens-Strafe  nöthig,  aber  nicht  kanonische  Absolutic  n.
Auf  dem  Schlachtfelde  in  den  letzten  Zügen  beichtete  mon,
weil  man  sonst  nicht  glaubte  selig  sterben  zu  können;  aber
war  das  damals  nicht  allgemeine  Sitte  in  der  katholischen
Christenheit?  Unter  den  Decorums-Klagen  kommen  auch  einige
Punkte  bei  der  Reception  vor.  Einige  sagen,  sie  hätten  den
Großmeister  auf  den  Nabel,  Andere  an  einen  andern  Ort  kf.
sen  müssen.  Es  ist  damit,  wie  mit  allen  übrigen.  Ein  pgar
gestehen,  der  große  Haufe  leugnet  es,  und  die,  die  es  gesteben,
  retten  sich  durch  das  Geständniß  das  Leben  und  einen
gewissen  Gnadengehalt.  Ueberhaupt  darf  man  es  sich  nicht  befremden
  lassen,  wenn  man  bei  solchen  Orden  gewisse  sonderbare
  Gebräuche  antrifft,  die  in  der  Absicht  da  sind,  den  neucht
Ritter  zum  unbedingten  Gehorsam  zu  gewöhnen.

Man  sieht,  daß  wir  nicht  ganz  in's  Klare  sehen  können,
aber  doch  so  weit  in's  Klare,  um  alles  Mögliche  für  ihre
Unschuld  zu  vermuthen.

Sobald  der  Pabst  Nachricht  vom  ganzen  Verfahren  Ph  ilipps
  bekam,  so  schickte  er  drei  Cardinäle  nach  Paris,  mit
bitteren  Remonstrationen  an  den  König.  Die  Noth  muß  ihm
sehr  gedrängt  haben,  wie  er,  der  Schüchterne,  es  wagte,  Pwilippen,
  dessen  Betragen  gegen  Bonifacius  er  kannte,  Nemonstrationen
  zu  machen.  Er  läßt  dem  Kbnig  vorktellen,
der  Orden  gehöre  nicht  unter  dessen  Jurisdiktion,  das  ganze
bisherige  Verfahren  sey  unrechtmäßig,  das  Verbrechen  des  Ordens
  und  einzelner  Ordens-Mitglieder  gehere  auch  nicht  wor
den  Bischof  und  Erzbischof,  sondern  einzig  vor  paͤbstlicht