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der  einen  Seite,  und  auf  der  andern  Leben  und  Belohnungen
auf  ihre  künftigen  Aussagen  wirken  werden.  Diese  schickte  er
zum  Pabst,  er  solle  sie  untersuchen.  Es  fiel  aus,  wie  Philipp
  vermuthet  hatte;  sie  gestanden  Alles,  was  Philipp  forderte,
  so  daß  der  Pabst  erstaunte,  und  zu  zweifeln  anfing,  ob
nicht  Philipp  wirklich  Rächer  der  Ehre  Gottes  sey.  Nur  ist
der  Pabst  dießmal  der  Sache  nicht  so  gewiß,  daß  er  öffentliche
  ordentliche  Untersuchungen  mit  ihnen  anzufangen  gewagt
hätte,  sondern  sie  wurden  bloß  in  einem  geheimen  Cousistorium
  verhört,  und  nachher  revocirken  einige  fünfzig  derselben.
Am  Ende  des  Jahres  4509  läßt  Philipp,  ehe  die  Untersuchung
  zu  Avignon  geendigt  war,  in  Paris  endlich  80  Tempelherrn
  verbrennen.  Er  halte  sich  die  Standhaftesten  zum
ersten  Opfer  ausgelesen.  Erst  ein  volles  Jahr  nach  der  schändlichen
  Erecution  wurde  die  große  Synode  zu  Vienne
gehalten,  worauf  eigentlich  untersucht,  päbsiliches  Urtheil  gefällt
  werden  sollte;  und  um  auch  hier  seiner  Sache  gewiß
zu  seyn,  reist  Philipp  selbst  hin.  Die  Sache  wird  proponirt,
alles  Bisherige  vorgelegt.  Ein  elender  Miethling  des  Königs
machte  den  Vorschlag,  man  solle  den  Orden  ohne  weitere  Untersuchung
  ausrotten,  wogegen  sich  aber  Alles  setzte.  Die
Sache  der  Tempelherrn  sollte  untersucht  werden,  und  doch
ein  Jahr  vorher  waren  schon  eine  Menge  hingerichtet.  Die
Sache  der  Tempelherrn  sollre  untersucht  werden,  sie  hätten
oft  vergeblich  darum  gebeten.  Das  siad  eigene  Worte  der
Akten.  Der  Pabst  muß  endlich  sich  zur  Untersuchung  bequemen.
  Es  dauerte  ein  ganzes  Jahr  lang,  man  konnte  nichts
finden.  Dle  Sache  muß  doch  fürwahr  nicht  im  Reinen  gewesen
  seyn!  Im  Reiche  des  Feindes  die  Synode  gehalten!  —
von  einem  Pabst,  der  sich  vor  dem  König  fürchtete!  Der
Pabst  erklärt,  daß  er  für  sich  lieber  den  Orden  aufheben  wolle,
als  den  Jorn  des  erstgebornen  Sohnes  der  Kirche