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Die  Veranlassuug  erzählt  man  so:  bei  der  Belagerung
von  Molemais  sollen  Einige  von  Bremen  und  Löbeck  eine
ordenkliche  Krankenpflege  im  christlichen  Lager  errichtet  haben.
Kaufleute  sollen  es  gewesen  seyn,  also  nicht  Ritter.  Diese
nahmen  so  zu,  daß  endlich  die  Kaufleute  den  Rittern  ein
Haus  in  Ferusalem  schenkten,  das  der  heiligen  Maria  gewidmet
  war,  auch  als  Hospital  gebraucht  werden  sollte.  )  Es
sollen  selbst  die  damaligen  großen  Herren,  die  bei  den  Kreuzzügen
  waren,  Landgraf  Hermann  von  Thüringen  u.  s.  w.,  an
Heinrich  VI.  geschrieben  und  ihn  gebeten  haben,  den  Pabsi
dazu  zu  bewegen,  den  Rittern,  die  bei  dem  Marien-Hospital
in  Jerusalem  seyen,  einen  Orden  zu  schenken.  Pabst  Gölestin
  III.,  wird  erzählt,  babe  sich  nun  wirklich  bewegen  lassen,
für  die  Ritter  eine  Ordeneregel  auszusetzen.  Aber  man  hat
die  Bulle  und  Ordeneregel  nicht;  es  fehlt  bei  kritisch  genauer
Mrüfung  überall.  So  viel  ist  richtig:  bei  der  Belagerung
von  Molemais  ist  die  Geburtsgelegenheit  vom  Deutschen
Orden;  und  er  unterschicd  sich  von  den  beiden  übrigen
Ritter-Orden  auf  folgende  Art:

4)  Vom  Tempelherrn-Orden  unterschieden  sich  die  Deutschherrn
  so:  sie  schlossen  sich  nicht  ganz  von  der  Krankenpflege
aus,  sondern  hatten  Hospitäler;  aber  von  dem  Johanniterritter-Orden
  wieder  so:  nicht  übcrall,  wo  Commenden  waren,
mußten  Hospiräler  seyn,  sondern  ihre  Ordensregel  brachte  nur
Erhaltung  des  Marienhospitals  in  Jerusalem  mit  sich.  Wie
sie  daher  nach  Hessen  und  von  da  nach  Preußen  hinzogen,
legten  sie  keine  Hospitäler  an.

2)  Der  Deutschherrn-Orden  war  einzig  auf  Deutsche
eingeschränkt.  Unter  Tempelberrn  und  Johanniterrittern  besanden
  sich  vorzöglich  Franzosen.

?)  Darum  heißen  sie  auch  Marianer.