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5)  Ibre  Priester  in  ihrem  Ordens-Capitel  mußten  sich
nach  Augustins  Regel  richten.  Ihre  Kleidung  war  ein  weißer
  Mantel  mit  einem  schwarzen  Kreuz.  #)

In  den  ersten  zwanzig  Jahren,  von  1190  —  1210,  kam
der  Orden  nicht  auf,  war  so  kläglich  schwach,  daß  er  kaum
aus  zehn  Personen  bestand.  Man  lerut  in  der  Ordensgeschichte
recht:  sobald  ein  rechter  Kopf  dazu  kommt,  so  hebt  sich  der
Orden.  Im  Jahr  1210  wurde  Ordensmeister  Hermann
von  Salza,  und  von  der  Zeit  an  stieg  der  Orden,  ungeachtet
  er  zwei  so  mächtige  Nebenbuhler  hatte,  so  daß  er  bei
dem  Tode  des  Hochmeisters  mehr  als  zweitausend  zählte,
Privilegien  so  gut  als  Tempelherrn  und  Johanniter,  oft  noch  ansehnlichere,
  hatte.  Hermann  wußte  sich  schon  1220,  also  da  er
erst  zehn  Jahre  Hochmeister  war,  vom  Pabste  das  Privilegium
  zu  verschaffen,  daß  alle  Güter  des  Ordens  völlig  frei
von  allen  Steuern  seyn  sollten,  nicht  nur,  wie  Johannlter
das  Privilegium  hatten,  vom  Zehnten  an  die  Geistlichkeit  frei
zu  seyn.  Der  Pabst  griff  hier  eigentlich  in  die  Rechte  des
Landesberrn.  Ein  zweites  Privilegium  war:  Alles,  was
der  Deutschberr  braucht,  der  auf  seiner  Commende  ist,  soll  frei
seyn  von  Zoll-,  Weg=  und  Stapelgeld.  Wenn  also  ein  Deutschberr
  in  Schwaben  Pferde  in  Holstein  kaufte,  so  gingen  diese
durch  ganz  Deutschland  völlig  frei.  Das  dritte  Privilegium,
  das  der  Kaiser  ihnen  gab,  war:  sie  sollten  das  Recht
baben,  Reichslehen  kaufen  zu  können.

Sobald  Hermann  von  Salza  solche  Privilegien  hatte,
brachte  er  es  dabin,  daß  er  einer  der  ersten  Reichsfürsten
wurde,  gleichen  Sitz  und  Stimme,  den  Rang  nach  dem  Erz-VBischef,
  in  Deutschland  hatte.  Er  erscheint  wirklich  auch  bei
allen  wichtigsten  Beralhschlagungen  unter  der  Regierung

*)  Daher  führen  sie  auch  zuweilen  den  Namen  Kreuzherrn.