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Wie  es  immer  bei  Menschen  der  Art  gewoͤhnlich  ist,  sie
richten  sich  ganz  nach  den  sortes  biblicae.  Wenn  er  des
Morgens  einen  Spruch  auffing,  so  sah  er  hierin  seine  Richtung
  für  den  ganzen  Tag.  So  liest  er  einmal  den  Spruch,
Matth.  10,  9:  „Ihr  sollt  nicht  Gold,  noch  Silber,  noch  Erz
in  euren  Gürteln  (Taschen)  haben  u.  s.  w.,  denn  ein  Arbeiter
  ist  seines  Lohnes  werth,“  da  sieht  er  mit  Schrecken,  daß
er  noch  nicht  den  höchsten  Grad  evangelischer  Vollkommenheit
erreicht  habe;  er  wirft  den  Mantel  und  die  Schuhe  hinweg.
Er  war  am  Stabe  gegangen,  auch  den  warf  er  weg;  es
könnte  auch  ein  Strick  thun.  So  läuft  er  herum  mit  einem
bärenen  Kleide,  wollenen  Hemde,  und  fällt  den  Leuten  sehr  beschwerlich,
  weil  er  apostolisiren  will;  Jedem  Pönitenz  auf  eine
Art  predigt,  daß  man  seiner  nicht  mehr  los  wird,  daß  am
Ende,  wo  der  heilige  Franz  in  ein  Dorf  kam,  ihn  die  Bauern
prügelten.  Desto  mehr  freute  er  sich,  wenn  er  aus  dem  Dorfe
herauskam.  Doch  stand  es  nicht  gar  lange  an  (die  Historie
mit  Gellerts  grünem  Esel  ereigurte  sich  hier),  so  schlossen  sich
Mehrcre  an  ihn  an,  so  war  schon  die  Gesellschaft  sieben  Mann
hoch.  Wie  er  allein  herumgeloufen  war,  liefen  jetzt  sieben
Waldbrüder  in  Iralien  berum.

Die  Sache  war  ganz  neu  in  ihrer  Art.  Man  hatte
zwar  wohl  Eremiten  schon  vorher  gehabr,  aber  diese  waren
in  eremo  (in  der  Einsamkeit,  in  einsamen  Gegenden)  geblieben,
  und  selbst  auch  die  ganze  Kleidung,  wie  diese  Art  von
Eremiten  gingen,  war  auffallend  gegen  die  Kleidung  der  vorhergehenden
  Eremiten.  Der  alte  Eremit  hatte  wenigstens  seinen
  Stab,  seine  Schuhe.  —  So  laufen  sie  herum,  und  endlich
  fällt  es  dem  heiligen  Franz  ein,  da  sie  sieben  Mam  boch
sepen,  könnte  ein  Orden  gestiftet  werden.  Er  gebt  strals
nach  Rom,  wo  damals  Innocenz  lll.  auf  Peters  Stuhl  saß.
Der  heilige  Franz  hatte  schon  keinen  großen  Applaus  gehabr,