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So  retirirte  er  sich  1224  bei  einem  großen  vierzigtaͤgigen
Fasten,  das  er  halten  wollte,  auf  die  Alpen.  Da  lag  er
schon  halb  ausgezehrt  da;  darauf  bekam  er  eine  Vision.  Es
ließ  sich  sichtbar  ein  Geschoͤpf  einzig  in  seiner  Art  vom  Himmel
  herab,  hatte  sechs  Fluͤgel;  jeder  Fluͤgel  fuͤr  sich  allein  so
groß,  daß  er  einen  Menschen  decken  konnte.  Der  heilige  Franz
lauerte  und  lauerte,  und  sah,  daß  innerhalb  der  sechs  Fluͤgel
eine  Menschengestalt  verborgen  sey,  nicht  wie  etwa  die
Seraphe  sonst  in  Kupfer  gestochen  werden,  sondern  eine  Menschengestalt
  mit  ausgestreckten  Armen  und  eben  so  ausgestreckten
  Beinen,  und  doch  konnte  sie  stehen  und  fliegen.  Es
wurde  ihm  wunderbar  im  Kopfe  und  Gehirn.  Die  Vision
verschwand  ploͤtzlich,  und  wie  er  sich  nachher  an  seinem  Leibe
visitirte,  waren  Nägel  durch  seine  Häude  durchgeschlagen,  wenigstens
  ging  eine  solche  Form  durch,  als  wenn  da  Nägel
durchgeschlagen  wären.  In  den  Veinen  auf  gleiche  Art.  Wie
er  unter  seinen  Rock  faßt,  so  trieft  es  auch  in  der  Seite  mit
Blut  und  Materie.  Nun  erst  merkte  er,  was  es  sey:  Christo
conformatus  fuit.  Er  entdeckt,  daß  der  Seraph  gekommen
sey,  in  der  Absicht,  ihm  die  Wunden  Christi  einzudrücken;
aber  nach  seinem  Tode  erst  wurde  die  große  wichtige  Sache
entdeckt,  und  ein  Franziskaner,  Bartholomäus  Abigi,  ein
Minorit  zu  Pisa  (gest.  4404),  schrieb  (1385)  zum  Behuf  der
Unwissenden.  ein  Buch:  Liber  conlormitatum,  worin  er
weitläufig  zeigt,  wie  der  Herr  Christus  die  Ehre  habe,  dem
beiligen  Franz  gleich  zu  seyn.  Man  scheut  sich,  nur  sum'
marische  Auszüge  von  dem  Buche  zu  geben.  Es  ist  ganz
Gotteslästerung.  Er  präsentirte  es  dem  General-Capitel.  Dieß
konfirmirte  es,  und  schenkte  dem  Verfasser  zum  Lohn  für
seine  große  Mühe  einen  abgetragenen  Rock  des  heiligen  Franz-Es
  ist,  wie  gesagt,  ganz  Gotteslästerung,  nichts  desio  weniger
aber  noch  in  unserm  Jahrhundert  aufgelegt,  weil  sich  nicht